Quedlinburg: Abriss der Platte?

Quedlinburg-Quarmbeck (Bild: panoramio, Bergkristall)
Quedlinburg-Quarmbeck (Bild: panoramio, Bergkristall)

Quedlinburg ist berühmt – und zudem UNESCO-Kulturdenkmal – für seine Fachwerkaltstadt. Und doch gibt es in diesen Tagen eine kleine Gruppe Menschen, die in diesen „Butzen“ nicht leben mögen. Sie wollen ihrem kleinen, aber grünen Stadtteil Quarmbeck treu bleiben, der weitgehend durch ostmoderne „Platte“ geprägt wird. Die Diskussion kam ins Rollen, als die lokale Wohnungswirtschaftsgesellschaft (Wowi), eine hundertprozentige Tochter der Stadt, laut über einen vollständigen Abriss nachdachte.

Man könne sich, äußerte die Wowi gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, einen hohen Leerstand in dieser Wohnlage auf Dauer nicht leisten. Sei doch die Einwohnerzahl des kleinen „Stadtteils“ mit schlechter Infrastruktur auf knapp 300 gesunken. Die Quarmbecker hingegen schätzen die Nähe zur Natur, den Zusammenhalt in der vertrauten Nachbarschaft. Nach dem Abzug der russischen Streitkräfte, die in Quarmbeck stationiert waren, hatte die Stadt hier Wohnraum sanieren lassen und durch kostengünstige Mietangebote neue Bewohner angelockt. Nun fürchten eben diese, in Quedlinburgs Altstadt wieder stärker in die Tasche greifen zu müssen. Als Kompromiss könnte sich herauskristallisieren, dass die verbliebenen Einwohner in einigen Häusern zusammenziehen, während die übrigen niedergelegt werden. Dies sei, so Oberbürgermeister Frank Ruch (CDU) gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, wirtschaftlich vertretbar. (kb, 24.9.15)