Philipp Scheidemann ruft am 9. November 1918 in Berlin die Weimarer Republik aus (Bild: Erich Greifer, historische Postkarte)

Räume der Revolution

Räume der Revolution

Philipp Scheidemann ruft am 9. November 1918 in Berlin die Weimarer Republik aus (Bild: Erich Greifer, historische Postkarte)
Ort des Aufbruchs: Auf dem Balkon der Berliner Reischskanzlei ruft Philipp Scheidemann am 9. November 1918 die später so benannte Weimarer Republik aus (Bild: Erich Greifer, historische Postkarte)

Die revolutionären Unruhen der frühen Weimarer Republik gehören zu den einschneidenden Wendepunkten der mitteleuropäischen Geschichte. Für diesen Wandel waren nicht nur politische und soziale, sondern auch räumliche Veränderungen entscheidend. In seiner 2015 erschienen Publikation „Räume der Revolution“ wählt der Historiker Julian Aulke daher erstmals einen kulturhistorischen Ansatz, um die Revolution von 1918-1920 räumlich Blickwinkel zu deuten. Mit dem „Spatial Turns“ arbeitet Aulke heraus, welche Bedeutung dem „Raum“ für die revolutionären Unruhen zukam und wie dieser die revolutionären Prozesse prägte.

Julian Aulke studierte Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Mittlere Geschichte in Münster und war dort wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Symbolische Kommunikation und kulturelle Identität in den Gruppenbildungsprozessen der revolutionären Frühphase der Weimarer Republik 1918/20“ tätig. Seit 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiterin Göttingen. Mit seiner nun vorgelegten Dissertation zeigt er, wie sich Menschenim öffentlichen Raum verorteten. Durch seine so entstandenen „alternative Kartierung“ vermittelt er Raum als wesentlichen Faktor des revolutionären Alltags. (kb, 2.10.16)

Aulke, Julian, Räume der Revolution. Kulturelle Verräumlichung in Politisierungsprozessen während der Revolution 1918–1920 (Studien zur Geschichte des Alltags 31), Franz-Steiner-Verlag, 2015, 483 Seiten, 12 Schwarzweiß-Abbildungen, gebunden, ISBN 978-3-515-11183-6.