Rennpappe als Reiseführer

Bislang nicht als Umweltschützer bekannt: der Trabant (Bild: Tourismuszentrale Rügen)
Bislang nicht als Umweltschützer bekannt: der Trabant (Bild: Tourismuszentrale Rügen)

Der Trabant ist längst mehr als nur ein Auto. Als Volkswagen der DDR ist er hochgradig symbolisch aufgeladen und verkörpert die rückständige Planwirtschaft ebenso wie die Euphorie der Wiedervereinigung oder die Ostalgiewelle Anfang der 2000er. Für eines stand er bislang aber sicher nicht: Umweltschutz. Die Insel Rügen will dieses Image zum 25. Jubiläum der deutschen Einheit korrigieren. Ab dem 2. April 2015 kann man die Insel zwei mal täglich im Rahmen einer geführten „Nostalgiereise“ erkunden, den Transport übernehmen keine Doppeldeckerbusse, sondern drei modifizierte Trabis. Statt des Zweitaktmotors werden sie von Elektromotoren angetrieben und sollen somit 25 Jahre nach dem Mauerfall für Geschichtsbewusstsein und nachhaltigen Tourismus werben.

Die zweieinhalb Stunden lange Tour beginnt in Binz und legt ihren Schwerpunkt dem vierrädrigen Reiseleiter entsprechend auf die jüngere Geschichte der Insel Rügen. Auf dem Programm stehen unter anderem die Binzer Rettungsstation von Ulrich Müther und der „Koloss von Prora“. Der viereinhalb Kilometer lange Häuserblock am Strand der Insel wurde von den Nazis als KdF-Seebad Rügen begonnen und in DDR-Zeiten als Kaserne genutzt. Die Tour kostet 29 Euro pro Person, anmelden kann man sich hier. (jr, 31.3.15)