Florenz, Fußballstadion Artemio Franchi (Bild: Sailko, CC BY SA 3.0, 2019)

SOS aus Basel und Florenz

Gestern erreichten uns gleich zwei Hilferufe, es droht der Verlust von Baukunstwerken von internationaler Bedeutung: F. Hoffmann-La Roche will in Basel alle historischen Bauten des Südareals (abgesehen vom Verwaltungsbau (1936) des Architekten Otto Rudolf Salvisberg) abreißen: darunter das Verwaltungshochhaus (1960) des Architekten Roland Rohn. Dabei spiegeln beide Bauten gleichermaßen, so der Appell mit prominenten Erstunterzeichner aus Denkmalpflege, Kunst- und Architekturgeschichte, „ein Stück der Erfolgsgeschichte von F. Hoffmann-La Roche wider“. Sie „nehmen den Status von wegweisenden Industrie- und Bürobauten der 1930er bis in die 1960er Jahre ein“. Stattdessen fordert der offene Brief „eine ernsthafte Prüfung von Alternativkonzepten“ sowie einen internationalen Architekturwettbewerb.

Basel, Umbauarbeiten auf dem Roche-Gelände (Bild: Taxiarchos228, via wikimedia commons, FAL, März 2014)

Basel, Roche-Gelände, Umbauarbeiten (Bild: Taxiarchos228, wikimedia commons, FAL, 2014)

In Italien fürchten die Modernisten, dass sich mit den „COVID 19- Notfallgesetzesentwürfen“ zur Vereinfachung und Digitalisierung der Baubranche zugleich ein schwerwiegender Präzedenzfall einschleicht: Fußballstadien und Sportzentren können demnach mit einer recht allgemein gehaltenen wirtschaftlich-finanziell-sozialen Begründung abgerissen werden, selbst wenn sie unter Denkmalschutz stehen. Aktuell geht es den Architekturfreunden um das Florentiner Fußballstadion Artemio Franchi, gestaltet 1931 nach den Entwürfen des großen Pier Luigi Nervi. Kürzlich wurde der Fußballclub Florentina von einem italo-amerikanischen Milliardär erworben, der einen Neubau plant – ohne Rücksicht auf die bestehenden Bauten. (kb, 3.11.20)

Titelmotiv: Florenz, Fußballstadion Artemio Franchi (Bild: Sailko, CC BY SA 3.0, 2019)