Richard Zehrfuss. Poesie der Struktur

Musée de la civilisation gallo-romaine, Lyon, 1969-1975, 2014, Christian Thioc, ph. © Musée de la civilisation gallo-romaine
Das Musée de la Civilisation gallo-romaine in Lyon (Bild: Christian Thioc, Copyright:  Musée de la civilisation gallo-romaine)

Halten wir uns nicht mit der Frage auf, wie er korrekt ausgesprochen wird. Konzentrieren wir uns auf das Werk von Richard Zehrfuss (1911-96), denn das lohnt sich. In Paris widmet die Cité de l’Architecture et du Patrimoine/Palais de Chaillot dem franzöischen Architekten mit tunesisch-elsässischen Wurzeln bis zum 13. Oktober 2014 die Ausstellung „La Poétique de la Structure“. In den 1950er Jahren zählte er zu den führenden Vertretern der Gruppe Espace, die bildende und bauende Kunst zusammenbrachte.

Zehrfuss machte sich bereits vor dem Zweiten Weltkrieg einen Namen, schaffte es 1939 bis zum Prix de Rome. Nach Jahren des (Wieder-)Aufbaus in Tunis kehrte er nach Paris zurück, dessen moderne Seite er entscheidend prägte. Zu seinen berühmtesten Bauten zählt hier sicher das UNESCO-Gebäude (mit Marcel Breuer and Pier Luigi Nervi) aus dem Jahr 1953. Doch auch sein Spätwerk, das Musée de la civilisation gallo-romanine in Lyon (1979) ist einen Besuch wert. In der Pariser Ausstellung geben originale Entwürfe, Pläne, Fotografien und Filme einen tiefen Einblick in sein umfangreiches Schaffen. (kgb, 10.7.14)