London, Robin-Hood-Gardens (Bild: Steve Cadman, CC BY-SA 2.0)

Robin Hood Gardens ohne Zukunft

Robin Hood Gardens ohne Zukunft

London, Robin-Hood-Gardens (Bild: Steve Cadman, CC BY-SA 2.0)
Die Robin Hood Gardens in London werden trotz prominenter Fürsprecher abgerissen (Bild: Steve Cadman, CC BY SA 2.0)

Es ist schon zum Verzweifeln: Die Bauten des Brutalismus erhalten so viel (wohlwollende) Aufmerksamkeit wie seit Jahrzehnten nicht mehr, gleichwohl fällt ein ikonisches Gebäude nach dem anderen: Nun trifft es die Robin Hood Gardens in  London. Die 1968 bis 1972 im Stadtteil Blackwall errichtete, riegelartige Wohnanlage soll vier neuen Einzelhäusern mit 270 Wohnungen Platz machen, die hier bis Ende 2017 entstehen sollen. Insgesamt plant man für Blackwall gar 1600 neue Wohnungen.

Die beauftragten Architekten Haworth Tompkins bemühen sich um Verständnis für den Abriss der von Alison und Peter Smithson entworfenen Altbauten: „Wir respektieren das Vermächtnis der Smithsons und sind uns sehr bewusst, welch intellektuelle Herausforderung mit der Arbeit am Blackwall Reach verbunden ist“, heißt es – pflichtschuldig? – in einer Pressemeldung. Seit Jahren wird um die sanierungsbedürftigen „Gardens“ gerungen: Unter Anderem Zaha Hadid und Richard Rogers setzten sich bereits 2008 dafür ein, die Brutalismus-Bauten unter Denkmalschutz zu setzen. 2009 lehnte britische Kulturminister Andy Burnham das Gesuch mit der Begründung ab, die Robin Hood Gardens „scheitern als Ort, an dem Menschen leben sollen“. (db, 19.8.16)