Kommt die Rede auf Berlin Marzahn geraten die einen ins Schwärmen, die anderen kriegen die Krise. Die Großsiedlung für insgesamt 250.000 Bewohner:innen entwarf Roland Korn, der letzte Ost-Berliner Chefarchitekt. 1930 in Saalfeld geboren, war er nach einer Maurerlehre und dem Studium als Bauingenieur ab Ende der 1950er Jahre bereits an etlichen Bauprojekten in Ostberlin beteiligt. 1961-64 verantwortete er als Kollektivleiter das DDR-Staatsratsgebäude, in das auf seine Initiative das geborgene Portal IV des zuvor abgerissenen Berliner Schlosses integriert wurde. Es folgten das Interhotel Stadt Berlin (1968-71) und das Haus des Reisens (1968-71), beide am Alexanderplatz gelegen. Nach zwei Jahren in Chile kehrte Roland Korn 1973 wieder nach Ostberlin zurück und wurde Chefarchitekt der DDR-Hauptstadt.

Es folgte die großangelegte Planung für die neue Siedlung rund um den Dorfkern von Marzahn, der 1977 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Vorarbeiten führten Roland Korn nach Prag und Moskau, doch auch in die West-Berliner Gropiusstadt. Gebaut wurde am neuen Wohnviertel von etwa 1976 bis zum Mauerfall. Nach der Wiedervereinigung arbeitete d einstige Chefplaner zunächst noch bis 1992 für den Berliner Senat weiter, legte aber schließlich sein Amt nieder. Bis 2000 führte er noch ein freies Architekturbüro. Am 20. Juli ist Roland Korn im Alter von 96 Jahren in Berlin gestorben. (db, 25.7.26)

Berlin, Staatsratsgebäude (Bild: VitVit, CC BY-SA 4.0)

Berlin, Staatsratsgebäude (Bild: VitVit, CC BY-SA 4.0)

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