In den 1960er Jahren war Fulda eine Kleinstadt an der innerdeutschen Grenze und daher vielleicht uninteressant oder auch genau daher interessant. Jedenfalls kam der Münchner Architekt Sep Ruf, (1908-1982), einer der prägenden Architekten der deutschen Nachkriegsarchitektur, damals nach Fulda. Bekannt als „Haus- und Hofarchitekt“ der damaligen Bundesrepublik, der unter anderem den Kanzlerbungalow in Bonn und zusammen mit Egon Eiermann den Deutschen Pavillon zur Weltausstellung in Brüssel entworfen hatte, realisierte er einige Gebäude in der hessischen Zonenrandstadt.
Die städtischen Behörden riefen den Architekten damals in die Stadt, wo er zwischen 1961–64 zunächst den Universitäts- und Borgiasplatzes in der Innenstadt neu entwarf sowie unter anderem das Kaufhaus für Karstadt realisierte. Auch danach entstanden weitere Verwaltungsgebäude nach seinen Plänen. Eine Führung der Städtischen Volkshochschule begibt sich am Freitag, 24. Juli, um 17 Uhr auf die Spurensuche nach Ruf in Fulda. Treffpunkt ist am Obelisken auf dem Platz Unterm Hl. Kreuz vor dem Hauptportal der Stadtpfarrkirche. Die Gebühr beträgt fünf Euro. (pk, 21.7.26)

Fulda, Karstadt, Architekt Sep Ruf, 1964 (Bild: Welt-der-Form, CC BY-SA 4.0, 2020)
