Frankfurt am Main, S-Bahn-Station "Galluswarte" (Bild: K. Berkemann)

S-Bahn-Kacheln? Geht doch!

S-Bahn-Kacheln? Geht doch!

Frankfurt am Main, S-Bahn-Station "Galluswarte" (Bild: K. Berkemann)
Frankfurt am Main, S-Bahn-Station „Galluswarte“ (Bild: K. Berkemann)

Es ist eigentlich keine große Sache: Was noch gut ist, bleibt und was nicht mehr geht, wird repariert und wenn gar nichts mehr geht, macht man es neu. Doch schaut man bundesweit in die U-Bahnhöfe und die dafür einst so beliebten Kacheln, ist etwas anderes die Regel. Da werden intakte Keramikflächen entfernt und durch Neues ersetzt. Die Frankfurter S-Bahn-Station „Galluswarte“, die Haltestelle bei der DB-Zentrale, hatte fast noch Glück. Ihre leuchtend roten Fliesen waren nur unter einem grauen Schutzanstrich (die Frage sei gestattet, wer hier vor wem geschützt werden musste) verborgen.

Als Anfang Juli Arbeiter mit großem Gerät anrückten, konnte man Schlimmes befürchten. Doch langsam kamen die Originalkacheln im besten Zustand wieder zum Vorschein. Und sie wurden weder entfernt noch überdeckt, sie wurden sichtbar belassen – und verschönert. Ein neues Graffiti durchzieht nun den Treppenzugang zum Gleis. Genug Kunst, um andere Sprayer abzuhalten und gleichzeitig den Blick auf die Originaloberflächen freizuhalten. Die Maßnahme ist kein Einzelfall. In Frankfurt wurde bereits begonnen, stufenweise einzelne S-Bahnstationen anzugehen, so z. B. an der „Taunusanlage“ mit neuem Lichtkonzept. In diesem Sommer eröffente die Sperrung eines S-Bahtunnels für Reparaturarbeiten die Chance, weitere Stationen neu zu denken. (kb, 5.10.16)