Eigentlich sollten die Zeichen auf Erhalt stehen: Die ehemalige französische Botschaft wartet in Saarbrücken seit Jahren auf eine neue Nutzung. Zuletzt diente der 1954 nach Plänen von Georges-Henri Pingusson fertiggestellte Bau als Sitz des Kultur- und Bildungsministeriums. Seit diese Behörde ausgezogen ist, wird intensiv um die Frage gerungen, ob abgerissen oder doch lieber saniert werden soll. Zuletzt setzten sich Vertreter:innen von CDU und SPD für die Sanierung des gesamten Ensembles aus Entrée, Bürotrakt und Verwaltungshochhaus ein. Aktuell werden die Sanierungspläne geprüft, eine Abstimmung soll noch vor den Wahlen erfolgen, um mit den Arbeiten 2027 starten zu können.
Doch nun meldet die CDU Bedenken an – die Kosten seien derart gestiegen, dass man wohl auf den Erhalt des Hochhauses verzichten müsse. Dagegen protestiert aktuell die Architektenkammer des Saarlandes (AKS). Der denkmalgeschützte Bau stehe als Ganzes für die deutsch-französische Verständigung, die in schwierigen Zeiten begann und jetzt ein Alleinstellungsmerkmal des Bundesland verkörpern könne. Voraussetzung dafür sei jedoch der Erhalt des gesamten Ensembles. Dazu zähle unaufgebbar auch das Hochhaus, das ausreichend Büroflächen für eine neue Nutzung biete und zugleich für eine hohe Sichtbarkeit sorge – quasi als europäische Landmarke. (kb, 18.8.24)

Saarbrücken, ehemalige französische Botschaft (Bild: © Marco Kany | marcokany.de)
