Einst galt der Brückenbau am Kronenplatz als Bausünde. Entstanden ist das Restaurant über den Straßenbahngleisen im Nachklapp der großflächigen Sanierung des Karlsruher „Dörfles“. Dies war der ehemalige Stadtteil Klein-Karlsruhe, heute Innenstadt Ost, der im Zuge der Maßnahmen nahezu dem Erdboden gleichgemacht wurde. Die Fritz-Erler-Straße, die die Brücke überspannt, entstand 1968 als Beitrag zur autogerechten Stadt und durchtrennte des „Dörfle“. Nach Abschluss der Stadtteilsanierung lebten noch 2200 Menschen im Stadtteil, 1961 waren es 6700. Erst aufkommende Proteste in den 1970er Jahren bremsten die Tabula-Rasa-Mentalität der Planer. Die 1982 nach Plänen des Architekten und Hochschullehrers Gernot Kramer (1928-2000) errichtete Fußgängerbücke sollte zumindest symbolisch den Stadtteil wieder einen und als Verbindung dienen. Von Kramer stammen unter anderem auch das Klinikum Baden-Baden (1971-77) und die vom Abriss bedrohte Rheinhalle im hessischen Biebesheim (1969-71).
Und die Zeiten ändern sich: Der einst umstrittene Brückenbau ist mittlerweile denkmalgeschützt. Der markante Restaurantbau über der Fritz-Erler-Straße, der an eine Pagode erinnert, habe stadtbildprägenden Charakter, so die Stadtplaner. Um den Höhenunterschied zur Brücke abzumildern, wurde die von Osten und Westen auf die Brücke zuführende Zähringerstraße seinerzeit als Rampe umgebaut. Im kommenden Jahr wird das Brückenrestaurant nun umfassend saniert. Ziel sei es, den baulichen Zustand langfristig zu sichern und das Gebäude für die Zukunft zu erhalten. Seit einigen Tagen wird eine Stützkonstruktion für die Hauptträger des Hochrestaurants eingebaut. Diese Maßnahme dient dem Schutz des Bestands während der anstehenden Sanierung. (db, 26.9.25)
Karlsruhe, Brückenhaus Fritz-Erler-Straße (Bild: Andreas Praefcke, CC BY 3.0)

