Das kommunale Berliner Wohnungsunternehmen Degewo hat mit der Sanierung von 156 Wohnungen in der Autobahnüberbauung an der Schlangenbader Straße begonnen. Wenn das Projekt abgeschlossen sei, entscheide man, wie mit den restlichen, ebenfalls sanierungsbedürftigen Wohnungen verfahren werde, sagte Sprecher Stefan Weidelich. Ziel sei es, das seit 2017 denkmalgeschützte Bauwerk zu modernisieren und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erhöhen. Der Schwerpunkt liegt auf einer energetischen Verbesserung durch Fassadendämmung und neue Fenster sowie das Entfernen verbauter Schadstoffe. Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen sollen ebenfalls ersetzt werden, ebenso die Bäder. Die „Schlange“ – 500 Meter lang, 60 Meter breit und bis zu 48 Meter hoch – fast insgesamt 1.752 Wohnungen.
Die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße gilt durch die Wohnnutzung auf einem Verkehrsweg als weltweit einzigartiges Bauwerk: Sie überspannt auf 600 Metern Länge die A 104. Errichtet wurde sie in den Jahren 1975 bis 1981 im Auftrag der Degewo nach Plänen von Georg Heinrichs, Wolf Bertelsmann sowie Gerhard und Klaus-Detlev Krebs. Die Senatsverwaltung für Kultur begründete den Denkmalschutz, dass das terrassierte Wohngebirge im Stadtteil Wilmersdorf eines der wichtigsten Zeugnisse der Megastrukturen sei, die in den 1960er und 1970er Jahren die internationale Stadtplanung bestimmten. Seit April 2023 ist der Autobahntunnel (seit März 2006 ist die ehemalige A 104 „Straße 1. Ordnung mit Autobahncharakter“ und unterliegt somit der Instandhaltung durch den Senat) aus Sicherheitsgründen vollständig gesperrt, nachdem Mängel beim Brandschutz festgestellt wurden. Ende 2023 wurde durch die Senatsverkehrsverwaltung die geplante Sanierung des Tunnels bekanntgegeben. Seine Wiedereröffnung ist nun für 2029 vorgesehen. (db, 13.7.25)
Berlin, Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße (Bild: Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0)

