Warnemünde, "Teepott" (Bild: Norbert Kaiser, CC BY SA 3.0, 2011)

Schlechte Nachricht aus Warnemünde

Wenn es so etwas wie konsensfähige Ostmoderne gibt, dann wäre es sicher diese hier: malerisch am Strand gelegen, ein historischer Leuchtturm zur Seite, von außen ob seines kühnen Schwungs zu bewundern, von innen bei einem Heißgetränk zu genießen. Ulrich Müthers Schalenbauweise fand im Ostseebad Warnemünde 1968 – in Ergänzung eines historischen Leuchtturms – ihren wohl bekanntesten Ausdruck. Nun melden die Medien jedoch, der sog. Teepott sei „marode“. Ein Gutachten von „Ocean Architects“ spricht von gravierenden Schäden: Wasser von oben und von unten, Rost an den Stahlträgern, ein durchtrenntes Tragwerk, ganz abgesehen von Elektrik und Brandschutz. Es stehen geschätzte Sanierungskosten von 20 Millionen Euro im Raum.

Die Lage sieht verzwickt aus: Das Grundstück ist Eigentum der Stadt, der denkmalgeschützte Bau gehört der Friedemann Kunz Familienstiftung (die das Vermögen der Fertighausfirma Scanhaus Marlow umfasst), Mieter ist die Bäckereikette Junge. Und wenn die Sanierung das prophezeite Ausmaß annimmt (Totalentkernung, ein bis zwei Jahre Bauarbeiten), müsste der Cafébetrieb ausgesetzt werden. Und der Gebäudeeigentümer deutet an, erst zu investieren, wenn ihm auch der Grund und Boden gehört. Das Denkmalschutzamt prüft die Sachlage, im März sollen die Pläne im Ortsbeirat vorgestellt und diskutiert werden. (kb, 20.1.18)

Warnemünde, „Teepott“ (Bild: Norbert Kaiser, CC BY SA 3.0, 2011)