Heidenheim, Waldkirche, 2015 (Bild: Karl Stefan Röser, via twitter)

Schluss mit (Sozial-)Romantik

Der Name stammt noch aus Zeiten, als in Heidenheim ein Holzkirchlein im Grünen stand. Seit 1975 aber ist der Neubau der evangelischen „Waldkirche“ ein veritabler Betonklotz, der die Herzen der Brutalisten erwärmt. Die Stuttgarter Architekten Joachim Kugel/Winfried Maier/Erden Yöndel entwickelten die neue Gottesdienststätte zeitgerecht auf einem fächerförmigen Grundriss. Betonsichtige Elemente wurden nach außen mit Schiefer, nach innen mit Holz und Ziegel verbunden. 2015 wurde die Waldkirche geschlossen und vom Landkreis zunächst als Flüchtlingsunterkunft zwischengenutzt. Ab 2016 richtete man, wieder in Trägerschaft des Landkreises, in den Räumen das Begegnungszentrum „Migration und Ehrenamt“ ein.

Doch im Dezember 2017 läuft die Förderung für dieses Modell und damit der Mietvertrag aus. Daher sieht sich die Gemeinde, weiterhin Eigentümerin der Waldkirche, zum Verkauf gezwungen. Der hierfür eigens bestellte Immobilienentwickler kam zu dem Schluss, dass der Baugrund nur ohne Kirchenbau zu vermarkten sei. Angedacht ist neue Wohnbebauung. Zuvor hatten die Initiative „Zukunftswerkstatt Heidenheimer Kirchengemeinden“ und das Team „Interkulturelles Café“ im Freundeskreis Asyl – letztlich vergeblich – an die kirchlichen Verantwortlichen appelliert, dem Landkreis die Räume notfalls kostenfrei zur Nutzung zu überlassen. Damit wollte man dem kommunalen Träger einen Anreiz bieten, das Begegnungszentrum weiter zu betreiben. (kb, 27.10.17)

Heidenheim, Waldkirche, 2015 (Bild: Karl Stefan Röser, via twitter)