Rheinberg, Stadthaus (Bild: A. Savin, CC0)

Schutz für Böhm

Einerseits schwebte Gottfried Böhm stets über den Stilen, andererseits lassen sich manche seiner Bauten doch recht gut zuordnen – so etwa das 1978-81 errichtete postmoderne Statdthaus Rheinberg. Im September 2021 feiert es 40. Geburtstag, sein Architekt ist kurz zuvor, am 9. Juni gestorben. Die SPD Rheinberg möchte nun zu Ehren von Gottfried Böhm gerne das weitgehend original erhaltene Gebäude unter Denkmalschutz wissen. Diesen Vorschlag unterbreitete die Fraktion dem Planungsausschuss und stieß überwiegend auf Zustimmung. Der Technische Beigeordnete der Stadt Dieter Paus erklärte, dass die Verwaltung den Antrag prüfe. Das Rheinberger Stadthaus fehle allzu oft in den Auflistungen der Werke des Pritzker-Preisträgers, sodass es bislang kaum angemessen gewürdigt werde. Auch die Grünen und die CDU zeigen sich offen. Die Christdemokraten wollen dem Antrag jedoch nur zustimmen, wenn Klarheit über die finanziellen Folgen einer solchen Entscheidung herrsche.

Das Stadthaus Rheinberg, zu einer Seite mit einer historisierenden Fassade versehen, eint Stadthalle und Rathaus. Die Stadthalle mit einem Fassungsvermögen von knapp 1000 Besuchern ist das Kernstück des reich verglasten Baus, der Clou sind die auf zwei Etagen verteilten 32 Balkonlogen. Gottfried Böhm lag der seinerzeit 26 Millionen teure Bau offenbar sehr am Herzen. 2006, anlässlich des 25-jährigen Jubiläums, stattete er der Stadt einen Besuch ab und trug sich ins Goldene Buch ein. 1981 zeigte er dazu vorbildlichen Körpereinsatz, erinnert sich der ehemalige Bürgermeister Hans-Theo Mennicken in der Rheinischen Post: “Einmal hat er sich mitten in der Stadthalle mit dem Rücken auf den Boden gelegt, um sich die Glasplatten an der Decke anzuschauen. Er wollte wohl sichergehen, dass sie auch so angebracht werden, wie er es sich vorgestellt hat.” (db, 5.7.21)

Rheinberg, Stadthaus (Bild: A. Savin, CC0)