Berlin, Schönower Kirche (Bild: Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf)

Schwebende Kirche(n)

„Kirchen dürfen nicht aufgegeben werden“, so bezog Brandenburgs Landeskonservator Thomas Drachenberg bei den „Potsdamer Nachrichten“ Position. Hintergrund war die just für den folgenden Nikolaustag anberaumte Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Landtag, zu der die CDU-Fraktion ihre Drucksache „Die Zukunft der Brandenburger Kirchen dauerhaft sichern“ vorlegte. Mit Blick auf das Europäische Kulturerbejahr will man Nutzungsperspektiven entwickeln und zivilgesellschaftliche Projekte wie „Musikschulen öffnen Kirchen“ unterstützen. Drachenberg bezeichnete der Presse gegenüber den Vorstoß der Landeskirche, einen Trust für aufgegebene Kirche zu diskutieren, als „sehr interessant“. Er will seinerseits vor allem regionale (kirchliche) Strukturen gestärkt und professionell begleitet sehen.

In der nahen Hauptstadt (gleiche Landeskirche, anderes Bundesland) stellt sich die Kirchenlandschaft ungleich moderner dar. Die Probleme sind am Ende aber doch ähnliche: zu wenig Geld für wertvolle Kulturdenkmäler. So darf es als vorweihnachtliches Hoffnungszeichen gewertet werden, dass hier gerade eine nachkriegsmoderne Kirche zum Denkmal des Monats erhoben wurde. Die Schönower Kirche von 1961 /63 beeinduckt durch ihre „schwebende“ Dachkonstruktion und den filigranen Campanile. Eine Planungsleistung von Frei Otto (hier mit Ewald Bubner), Pritzker-Preisträger und einer der Väter des ikonischen Dachs am Münchener Olympiastadion. Etwas von dieser Leichtigkeit kann bei solch schweren Themen sicher nicht schaden! (kb, 8.12.17)

Berlin, Schönower Kirche (Bild: Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf)