Mitte des 19. Jahrhunderts gelingt es dem französischen Agrarökonomen Joseph-Louis Lambot nach vielen Versuchen endlich, ein Wasserfahrzeug aus Beton herzustellen. Es bestand aus einer Verbindung von Stahl und Beton, die dann ja wegweisend für den Baustoff Beton wurde. Wäre diese Geschichte allgemein bekannter, würde die jährliche Betonregatta in Brandenburg an der Havel schlicht folgerichtig wirken. So aber löst das Event immer wieder begeistertes Erstaunen und Verwunderung aus: Ja, Beton schwimmt. Die Idee einer Betonkanu-Regatta stammt ursprünglich aus den USA und wurde in Deutschland 1986 vom damaligen Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e. V. erstmals initiiert.

Die Betonkanu-Regatta ist eine Mischung aus Beton- und Bootsbautechnik und sportlichem Wettkampf. Im Wettbewerb, an dem meist Teams von berufsbildenden Schulen, Fachhochschulen, Hochschulen und vergleichbaren Institutionen teilnehmen, ist die Aufgabe zu lösen, die Festigkeit und Wasserdichtheit der Baustoffe so in der Kanukonstruktion zu nutzen, dass leichte und gleichzeitig robuste Kanus entstehen, mit denen sich außerdem natürlich noch das Rennen gewinnen lässt. Sehenswert ist die Regatta auch deshalb, weil nicht nur die sportlichen Leistungen, sondern auch die Gestaltung der Boote prämiert wird. Gewonnen hat in diesem Jahr eine markante Konstruktion, die ein stilisiertes Riesenrad trug – ein Beitrag der Hochschule Campus Wien. Der Nachwuchspreis ging für ein stilisiertes schwimmendes Krokodil an die Steinbeis-Schule Stuttgart. Und, wer all das letztes Wochenende verpasst hat, hat im nächsten Sommer wieder die Chance, zuzuschauen oder sogar selbst mitzumachen. (pk, 24.6.26)

Michael Schuster, Betonboot (2003), im Österreichischen Skulpturenpark in der Gemeinde Premstätten, Steiermark (Bild: Clemens Stockner, CC BY-S.A 3.0, 2017)

Michael Schuster, Betonboot (2003), im Österreichischen Skulpturenpark in der Gemeinde Premstätten, Steiermark (Bild: Clemens Stockner, CC BY-S.A 3.0, 2017)

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