Berlin, U-Bahnhof "Alt-Tempelhof" (Bild: Verena Pfeiffer-Kloss, 2014)

Unter dem historischen Ortskern signalisiert der Bahnhof „Alt-Tempelhof“ solide Wertigkeit: Riemchen verkleiden die kräftigen Stützen und Hintergleiswände. Terrazzoplatten am Boden und eine Holzverschalung der Decke über dem Gleisbereich machen die Bahnsteighalle zur „Guten Stube“. Die gesetzten Farbtöne stehen in der Tradition einer funktionalen wie eleganten Moderne der zeitgenössischen Linienerweiterungen. Gleichzeitig grenzt sich der Bahnhof selbstbewusst von den nördlich gelegenen, innerstädtischen Vorkriegsbahnhöfen der Linie ab. Klarheit, Funktionalität und Wertigkeit als Bekenntnis – architektonisch transportiert durch die U-Bahn. Und durchaus selbst ein Bekenntnis wert. (aa, 8.12.18)

Berlin, U-Bahnhof „Alt-Tempelhof“, Entwurf Bruno Grimmek, 1961-66, Eröffnung Februar 1966 (Bild: Verena Pfeiffer-Kloss, 2014)