Sitzmöbel von Walter Papst

Walter Papst, Schaukelplastik (Bild: Gotzen Büro Gestaltung)
Bis heute erhältlich: die „Schaukelplastik“ von Walter Papst (Bild: Gotzen Büro Gestaltung)

Welche Wortspiele sich hier geradezu aufdrängen: Möbelpapst? Päpstliches Design? Das Museum August Kestner in Hannover hat sich für „Sitzen beim Papst“ entschieden – und ergänzt den Titel der Ausstellung, die vom 4. Juni bis zum 4. Oktober 2015 zu sehen ist, um ein erklärendes „Mobilliar für eine heitere Nachkriegsmoderne“. Ausgewählte Stücke aus dem Nachlass des 2008 verstorbenen Walter Papst belegen, wie der schriftstellernde Industriedesigner mit neuen Materialien und neuen ergonomische Erkenntnisse bis heute gültige Gestaltungsideen schuf.

Für die in Bad Münder ansässige Firma Wilkhahn, welche die Ausstellung mit möglich machte, entwarf Papst eine Reihe von richtungsweisenden Sitzmöbeln. Schon 1954 gestaltete er neue Schulmöbel. Anfang der 1960er Jahre wandte er sich den aus Glasfaser verstärkten Kunststoffen zu, um kunterbunte Kindermöbel zu schaffen. 1968 folgte für Erwachsene die „verstellbare Sitz- und Liegeeinrichtung mit einer Wetterschutzhaube“ – als Alternative zum klassischen Strandkorb. Neben seinen Designarbeiten stellt die Ausstellung auch den Menschen Walter Papst vor: begeistert für den Karneval und die Zukunftsforschung. (kb, 4.6.15)