Hermann August Weizenegger, X Chair (Bild: © Atelier HAW)

Soft-brutalistisch

Wer es unter Kulturexperten etwas gelten will, der muss eine eigenen Stilbegriff prägen. So gesehen, hat das Berliner Kunstgewerbemuseum die Nase ganz weit vorn, denn in der Ankündigung zur aktuellen Ausstellung „Atmoism“ mit Werken des Produktgestalters Hermann August Weizenegger (HAW) heißt es: „Inspiriert von der ’soft-brutalistischen‘ Raumatmosphäre der 1967 von Rolf Gutbrod entworfenen Architektur des Kunstgewerbemuseums entwickelte der Designer 24 bühnenbildartige Interventionen.“ Die Werke folgen der Architektur, ziehen sich als Skulpturen, Materialkompositionen und Objektinszenierungen wie ein roter Faden durch das gesamte Haus.

Ob Vase oder Stuhl, der 1963 geborene Industriedesigner lässt seine Entwürfe nach Möglichkeit lokal und in der Tradition des mittelständischen Handwerks produzieren. Die ihm gewidmete Ausstellung „Atmoism – Gestaltete Atmosphären“, kuratiert von Claudia Banz, ist vom 9. September 2020 bis zum 10. Januar 2021 zu sehen im Berliner Kunstgewerbemuseum (Kulturforum, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin) – coronabedingt zunächst zu Sonderöffnungszeiten an Samstagen und Sonntagen, im Rahmen von Führungen. Begleitend erscheint ein Katalog im Verlag für moderne Kunst Wien mit Beiträgen von Claudia Banz, Patricia Ribault und Thomas Wagner. (kb, 19.8.20)

Hermann August Weizenegger, X Chair (Bild: © Atelier HAW)