Zugegeben, dem Gedanken wohnt schon ein gerüttelt Maß Poesie inne: Da graben Menschen unter Tage nach einem Stoff, der gespalten und befeuert heller als tausend Sonnen strahlen soll. Dass Uran dann doch nicht allein zu friedlichen Zwecken zum Einsatz kam (und dass selbst diese voller Gefahren steckte), fand in West- und Ostdeutschland selten Eingang in die offizielle Kunst. Stattdessen gab die SDAG Wismut (heute: Wismut GmbH) Bilder und Skulpturen in Auftrag, die das bergmännische Leben ins beste Licht rücken sollten. Eben solche Werke stehen jetzt im Mittelpunkt der Ausstellung „Kunst und Bergbau an der Wismut“. Die Schau, zu der ein reich bebilderter Begleitkatalog erschienen ist, wurde gerade verlängert bis zum 26. Oktober 2025. Das Kooperationsprojekt von Wismut Stiftung gGmbH, Dresdner Institut für Kulturstudien e. V., Stadt Zwickau und Kunstverein Zwickau e. V. ist zu sehen in Zwickau in der Historischen Baumwollspinnerei 1896, metaWerk AG (Pölbitzer Straße 9, 08058 Zwickau).
Am 7. September 2025, von 9 bis ca. 18 Uhr, wird im Begleitprogramm zur Ausstellung die Tagesfahrt „Sonnensucher auf Exkursion!“ angeboten. Mit dem Kleinbus geht es mit dem Kurator Dr. Paul Kaiser zu drei Zielen: vom Wandbild „Friedliche Nutzung der Atomkraft“ von Werner Petzold bei Löbichau über die Pop up-Ausstellung „No Secret“ im Schacht 371 in Hartenstein bis zum Ausstellungsbesuch in Zwickau. Ein Entgelt wird erhoben, Abfahrt und Ankunft sind die Pölbitzer Straße 9 in Zwickau, eine Anmeldung ist wegen der begrenzten Teilnehmer:innenzahl erforderlich unter: c.petzold@kulturstudien-dresden.de. (kb, 12.8.25)

Zwickau, Blick in die Ausstellung „Sonnensucher“ (Bild: Heiko Scholz, via google-Maps, 2025)
