Einen Kirchturm mit Griffen findet man selten. In Hamburg, an der Hauptkirche St. Jacobi. Und vielleicht noch in Bielefeld, an der Altstädter Nicolaikirche. Das ist kein Zufall, denn beide Türme einer im Kern mittelalterlichen Altstadtkirche wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Architekten Bernhard Hopp und Rudolf Jäger erneuert. Dabei interpretierten sie die Form gotischer Strebewerke neu zu einem eigenständigen modernen Profil. Seit 1963 ist so St. Jacobi unverwechselbar in der Silhouette der Hansestadt vertreten. Während laufender Sanierungsarbeiten wurde St. Jacobi von Ende 2024 bis Anfang 2025 überraschend geschlossen, da man statische Mängel festgestellt hatte.

Nun scheint das Ende für die markanten Turmhenkel gekommen zu sein. Denn der Turmhelm von St. Jacobi soll 2028 abgebaut und durch eine neue Lösung ersetzt werden. Die nachkriegsmoderne, mit Kupfer ummantelte Stahlbetonkonstruktion sei zu schwer für den mittelalterlichen Turmstumpf, so die Begründung. Wie genau die neue Turmhaube aussehen soll, ist noch offen. Doch mit einem Notdach und einer Lücke in der Silhouette wird man in der Hansestadt wohl eine ganze Weile leben müssen.(kb, 20.2.26)

Hamburg, St. Jacobi (Bild: Thomas Fries, CC BY SA 3.0, 2013)

Hamburg, St. Jacobi (Bild: Thomas Fries, CC BY SA 3.0, 2013)

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