Das Hilton-Hotel in der City von Frankfurt am Main schließt Stand heute am 31. Oktober. Ob es unter anderen Namen oder mit einem neuen Betreiber wiedereröffnet, ist unklar. Schon Mitte Oktober macht das Studio „Fitness First“ dicht, das ins Hotel integriert, aber öffentlich zugänglich ist. Gründe für die Schließung sind nicht wirtschaftliche Probleme – zumindest nicht unmittelbar. Es ist politisch begründet: Eigentümer der Immobile (über ein kompliziertes Firmengeflecht) ist der iranische Geschäftsmann Ali Ansari. Ihm wird die Unterstützung des iranischen Regimes vorgeworfen; Großbritannien sanktionierte ihn deshalb schon Ende letzten Jahres, im Juli folgten die USA und die EU. Infolgedessen musste bereits das ebenfalls von Ansari kontrollierte Hilton (ehemals Kempinski) im nahen Neu-Isenburg-Gravenbruch Insolvenz anmelden, nun ist auch der 1998 eröffnete Standort Frankfurt betroffen. Und damit verliert Frankfurt bis auf Weiteres wohl auch sein öffentliches Stadtbad – denn Fitness First residiert im 1960 eingeweihten ehemaligen Stadtbad Mitte.
Bereits seit 1986 denkmalgeschützt, hat die Stadt Frankfurt das Gebäude 1995 trotz starker Kritik an einen privaten Investor abgegeben. Bedingung war, dass die Schwimmhalle weiterhin öffentlich zugänglich bleibt. Diese Vereinbarung war auf 30 Jahre befristet und lief 2025 aus, bislang hatte sich aber an der Zugänglichkeit nichts geändert. Nach dem Verkauf wurde Mitte der 1990er um jeden Mosaikstein gefeilscht, sodass im Grunde lediglich die geschwungenen Schwimmhalle übrig blieb: Der Rest des Gebäudes wurde abgerissen und in ähnlicher Form wiedererrichtet als Teil des 13-stöckigen Hilton Hotels (John Seifert Architects London). Dessen Bau im historischen Grüngürtel an Stelle der früheren Stadtbefestigung wird in der Rückschau auch nicht als Ruhmesblatt der Frankfurter Stadtentwicklung gesehen. (db, 21.9.26)
Frankfurt, Hochstraße; Stadtbad Mitte mit Hilton-Hotel (Bild: Mylius, GFDL 1.2)


