Von den rund 5.000 Stahlbrücken, die das Netz der Deutschen Bahn verbinden, entstand rund die Hälfte zwischen 1880 und 1920. Nicht nur der Denkmalschutz, den einige der Brücken tragen, verpflichtet zum schonenden Umgang mit diesen Zeugnissen der Ingenieurbaukunst. Auch ökologische und – rechnet man alle Folgekosten um – ökonomische Argumente machen es lohnend, über Erhalt und Sanierung nachzudenken. Trotzdem wird zunehmend und rascher abgerissen, weil das in der Logik von Immobilienexpert:innen als die zeit- und finanzschonendere Lösung gilt.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, hat Clara Jiva Schulte ihre Dissertation an der TU Cottbus-Senftenberg der Frage gewidmet: Welche Kriterien und Werte lassen sich frühzeitig und ganzheitlich bei der Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau einbeziehen? Der Schwerpunkt liegt auf denkmalgeschützten, stählernen Bahnbrücken um 1900, zu den untersuchten Fallbeispielen zählen Brückenanlagen in Chemnitz in Sachsen, Neumünster in Schleswig-Holstein und Langenargen in Baden-Württemberg. Die Dissertation entstand im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Kulturerbe Konstruktion – Grundlagen einer ingenieurwissenschaftlich fundierten und vernetzten Denkmalpflege für das bauliche Erbe der Hochmoderne“. All das gibt es zum digitalen Nachschlagen online im Open Access. (kb, 5.4.26)

Schulte, Clara Jiva, Stählerne Bahnbrücken als Erbe der Hochmoderne. Grundlagen für eine ganzheitliche Entscheidungsfindung zwischen Instandsetzung und Erneuerung. Steel railway bridges as a legacy of high modernity. fundamentals for a holistic decision-making process between repair and renewal, Dissertation, Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, 2026.

Chemnitz, Viadukt Beckerstraße, nach der Sanierung von 2005 (Bild: Aagnverglaser, CC BY SA 4.0, 2025)

Eines der Fallbeispiele der Promotion: Chemnitz, Viadukt Beckerstraße von 1901, Zustand nach der Sanierung von 2005 (Bild: Aagnverglaser, CC BY SA 4.0, 2025)

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