Weder Samt noch Seide, aber ebenso fein: Edelstahl aus Krefeld. 1901 gründete ein Konsortium um den Unternehmer Thyssen die Krefelder Stahlwerk AG, die seit 1929 als Deutsche Stahlwerke AG ihren Sitz in Krefeld hat und in den 1930er Jahren nach Plänen von Hans Mehrtens und seit 1957 als Teil des Thyssen-Konzerns stets gewachsen war. Ein Werk, das die Rolle der Krefelder Schwerindustrie zu unterschiedlichen Zeiten des 20. Jahrhunderts facettenreich verdeutlicht und dessen Bauten und Anlagen herausragendes Zeugnis für die Bedeutung Krefelds im Zuge der Industrialisierung des Rhein-Ruhr-Gebiets sind, wie das Denkmalwertgutachten des LVR-ADR aufzeigt, aber dennoch kein Denkmal ist. Noch nicht und nicht in seiner Gesamtheit.
In einem Verfahren seit 2023 hatten Stadt und LVR auf Basis politischer Diskussionen geplant, die Unterschutzstellung eines Teils des Areals inklusive Bauten als sogenannte „Sachgesamtheit“ zu erreichen. Das Gericht schätzte die Chancen dafür als gering ein, sodass das Amt den Antrag zunächst zurückzog und stattdessen nun plant, mit den Eigentümern des ehemaligen Werksgeländes mögliche schützenswerte Objekte abzustimmen. Dabei sollen einzelne Gebäude der ehemaligen Deutschen Edelstahlwerke zwischen Oberschlesienstraße, Gladbacher und Anrather Straße als Denkmalinselngeschützt werden. (pk, 27.4.26)

Krefeld, Deutsche Edelstahlwerke, ab 1901 (Bild: wikimedia commons, CC BY-SA 3.0)
