Stein. Schlacke. Beton

Die Ausstellung poliert das Image des Berliner Bezirks Lichtenbeerg auf (Bild: Museum Lichtenberg)
Die Ausstellung poliert das Image des Berliner Bezirks Lichtenberg auf (Bild: Museum Lichtenberg)

Der Berliner Bezirk Lichtenberg gilt im Allgemeinen nicht als architekturhistorische Schatzkammer. Man assoziiert ihn bislang eher mit der baulichen Monotonie endloser Plattenbautristesse. Die Ausstellung „Stein. Schlacke. Beton – Neues Bauen in Lichtenberg“ räumt mit diesen Vorurteilen auf und zeigt die vielfältige Architekturgeschichte Lichtenbergs. Tatsächlich spielte der Bezirk hinsichtlich der Umsetzung neuartiger Bautechniken mehr als einmal eine Pionierrolle. Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2016 im Museum Lichtenberg im Stadthaus (Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin) zu sehen.

Am Beispiel Lichtenbergs lässt sich die Geschichte der Industrialisierung des Bauwesens exemplarisch verfolgen. Frühestes Zeugnis sind einige Schlackebeton-Bauten aus den 1870er Jahren. Genau wie die benachbarten, 1907 in Spannbetonverfahren errichteten Flugzeughallen in Karlshorst gehören sie zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der baulichen Innovation ihrer Zeit. Auch die erste in Großtafelbauweise errichtete Siedlung, entstanden in den Jahren 1926 bis 1929, findet sich in Lichtenberg. 1962 realisierte man hier darüber hinaus den Prototyp des P2-Plattenbaus, der zur Blaupause für diverse Wohnbauten der DDR wurde. Für den architekturbegeisterten Berlintouristen gibt es also allen Grund, einen Abstecher nach Lichtenberg einzuplanen. (jr, 27.7.15)