Strümpfe aus Deutschland

"First Mate", 1953 (Bild: Peter Driben)
Die ausländische Strumpf-Konkurrenz geizte nicht mit ihren Reizen: „First Mate“, 1953 (Bild: Peter Driben)

„Die historische Forschung hat das Kleidungsstück ‚Strumpf‘ bisher kaum in den Blick genommen.“ So der Einladungstext für die Tagung „Strümpfe aus Deutschland. Geschichten von Produktion und Konsumtion in der Neuzeit, die vom 24. bis zum 25. September 2015 vom Staatlichem Textil- und Industriemuseums Augsburg im Kloster Irsee (Tagungs- und Bildungszentrum, Klosterring 4, 87660 Irsee) ausgerichtet wird. Es geht um die wissenschaftliche Seite eines Themas, das im Alltag alle Facetten zeigt zwischen sinnlichem Nylon und kratzigem Grobstrick.

Die Tagung richtet ihre Aufmerksamkeit zunächst auf den süddeutschen Raum in der Frühen Neuzeit, um dann Herstellung und Vertrieb von Strümpfen im 19. und 20. Jahrhundert, die im Kaiserreich aufsteigenden Familienunternehmen, Mode und Moral, Werbung und Medien in den Blick zu nehmen. Unter den Fachvorträgen finden sich Themen wie: „Die Herrschaft des entfesselten Beines. Zur Konstruktion von Weiblichkeit in der Modeberichterstattung der 1920er Jahre“,  „Kann ein Strumpf politisch sein? Eine kleine Geschichte zum Strumpf im Nationalsozialismus“, „Vom Kunstseidenstrumpf zur Nylonstrumpfhose“, „Glatt & seidig. Tabubrüche in der Werbung für Damenstrümpfe 1950-1970“ oder „Das Loch im Strumpf. Ein filmischer Blick auf bewegte Maschen“. Alles dient dazu, anhand eines nebensächlich erscheinenden Objekts der materiellen Alltagskultur zu zentralen Themen in Kultur und Gesellschaft vorzustoßen. Anmeldungen sind bis zum 12. September 2015 möglich. (kb, 6.8.15)