Synagogen nach 1945

St. Pölten, ehem. Synagoge (Bild AleXX)
St. Pölten, ehem. Synagoge (Bild AleXX)

„Wer kann den Judentempel brauchen?“ So lautet der Titel der Fachtagung, die vom 7. bis 8. Juli in der ehemaligen Synagoge St. Pölten/am WU Campus in Wien stattfindet.  Er zitiert eine Schlagzeile der Niederösterreichischen Nachrichten vom 4. März 1975 über die Zukunft der St. Pöltner Synagoge. 70 Jahre nach Kriegsende beschäftigt sich die 25. Internationale Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs nun – anhand ausgewählter Beispiele – mit europäischen Synagogen: die im Nationalsozialismus beschädigt und ihrer Gemeinden beraubt wurden, deren Gebäude die Zeit jedoch überstanden haben.

Erfolgte deren neue Nutzung nach rein wirtschaftlichen bzw. kulturhistorischen Aspekten im Hinblick auf Tourismus, Denkmalschutz, Stadterneuerung o. ä.? Wurde ihre besondere Geschichte berücksichtigt? Waren die „zuständigen“ jüdischen Gemeinden eingebunden? Wie reagierte die Öffentlichkeit? Diesen Fragen gehen Historiker, Kulturwissenschafter, Architekten, Vertreter von Privatinitiativen, aber auch von öffentlichen Institutionen nach. Unter den ausgewählten Beispielen sind Wien, St. Pölten, Graz oder Czernowitz. In Vorträgen stellen u. a. Alexandra Klei den modernen Synagogenbau und Ulrich Knufinke/Ulrike Kessler die bauhistorische Dokumentation jüdischer Bauwerke vor. Die Teilnahme ist kostenfrei, lediglich für Kaffee und Kuchen wird ein Obulus erbeten. (kb, 3.6.15)