Schlagwort: 1970er

"Frankfurt 70 79" (Bild: Junius Verlag)

Frankfurter Baukunst der 1970er

Größer, bunter, ikonischer: In Frankfurt am Main entstanden in den 1970ern zahlreiche bemerkenswerte Bauten. Hatten sie in den vergangenen Jahren Glück, stehen sie auch heute noch. Der Grafikdesigner und Frankfurt-Kenner Wilhelm Opatz stellt in seinem neuen Architekturführer „Frankfurt 70 79“ nun zehn Bauten jener Ära vor. Von Bekanntem wie den 1972 eröffneten Olivetti-Türmen (Egon Eiermann) bis zu unentdeckten Perlen wie dem Wohnhaus des Architekten und Kreuzschwinger-Erfinders Till Behrens reicht die Auswahl. Die Bilder des Fotografen Georg Christian Dörr offenbaren dabei meist nur einen kleinen Ausschnitt des jeweiligen Gebäudes und zeigen so oftmals grandiose Details. So etwa die fein gearbeiteten Handläufe im Treppenhaus der Deutschen Bundesbank (1972, ABB Architekten).

Begleitende Essays von Architekturkennern, Denkmalpflegern und Geisteswissenschaftlern beschreiben nicht nur die Gebäude, sondern eben auch Zeitgeist, Kultur und die politischen Umstände der farbenfrohen 1970er. Ergänzt wird das Ganze durch Archivbilder unter anderem von wie Barbara Klemm. Das in Leinen gebundene Buch ist der dritte Band von Opatz‘ Frankfurter Nachkriegs-Architekturführern: „50 59“ ist bereits vergriffen, „60 69“ noch erhältlich, „70 79“ gerade im Junius-Verlag erschienen. Und der Band „80 89“ soll in den kommenden Jahren folgen … (db, 3.10.18)

Opatz, Wilhelm (Hg.), Frankfurt 70 79, hg. im Auftrag der Freunde Frankfurts, Junius Verlag, Hamburg 2018, broschiert, 76 Farbabbildungen, ISBN 978-3-88506-814-3.

Titelmotiv: Buchvorschau, „Frankfurt 70 79“ (Bild: Junius Verlag)

"Architektur in Niedersachsen. 1960 bis 1980" (Bild: Jovis Verlag)

Die Moderne in Niedersachsen

Was blieb vom Aufbruch der 1960er und 1970er? Gesellschaftliche und politische Veränderungen, Fortschrittsglauben und Ideale, aber auch Angst und Unsicherheit prägen die Zeit „zwischen Nierentisch und Postmoderne“, wie der Architekturkritiker Wolfgang Kil die 1960er und 70er Jahre einmal charakterisierte. Insbesondere in der Architektur zeigte sich die schier explosionsartige Entwicklung: Bauboom und technischer Fortschritt bewirkten innerhalb weniger Jahre eine wahre Zukunftseuphorie und stetig wachsende Experimentierfreudigkeit. Wie sich dieser gebaute Fortschritt in Niedersachsen manifestierte, zeigt ein neuer, von der Lavesstiftung herausgegebener Band aus dem Jovis-Verlag: Aufbruch. Architektur in Niedersachsen 1960 bis 1980.

Mit einem umfassenden Katalogteil und fundierten Beiträgen zu wichtigen Themen dieser gesellschaftlich und politisch veränderungsfreudigen Ära möchte die zur Architektenkammer Niedersachsen gehörige Lavesstiftung die Vorzüge der kreativen wie wagemutigen Architektur jener Tage in Erinnerung bringen. Zu den Autoren zählen unter anderem Karin Wilhelm, Nicole Froberg, Olaf Gisbertz, Rocco Curti und Ulrich Knufinke. Das Grundlagenwerk soll zur öffentlichen Diskussion anregen und damit zu Wertschätzung und Erhalt der 1960er- und-70er-Jahre-Architektur in Niedersachsen beitragen. (db, 29.6.17)

Aufbruch. Architektur in Niedersachsen 1960 bis 1980, hg. von der Lavesstiftung, Jovis Verlag, Berlin 2017, Hardcover, 21 x 28 cm, 200 Seite, ca. 300 Farb- und Schwarzweißabbildungen, ISBN 978-3-86859-471-3.

Titelmotiv: Buchcover (Jovis Verlag)