Nürnbergs 50er

Nürnbergs 50er

Plaerrer-Hochhaus (Bild: Claus Baierwaldes)
Das Plaerrer-Hochhaus war auch von innen ein Hingucker (Bild: Claus Baierwaldes)

Nürnberg hatte nach dem Krieg ein ramponiertes Image. Die Nazis hatten der „Stadt der Reichsparteitage“ mit dem riesigen Aufmarschgelände und seiner weltweiten Rezeption nachhaltig ihren Stempel aufgedrückt. Vielleicht wurde die Nachkriegsmoderne daher hier von manchem besonders euphorisch begrüßt, 1953 ließen sich etwa die Nürnberger Stadtwerke mit dem modernen Plärrerhochhaus das höchste Gebäude Bayerns errichten. Die Fotoausstellung „Architektur der 1950er Jahre in Nürnberg. Fotografien von Claus Baierwaldes“ im Museum Industriekultur widmet sich diesem und weiteren Kleinoden der Nachkriegsmoderne.

Besonders eng verbunden sind Nürnbergs 50er mit dem Namen Sep Ruf. Mit der Akademie der Bildenden Künste, der Bayerischen Staatsbank und dem Neubau des Germanischen Nationalmuseums errichtete der Architekt hier Bauten von überregionaler Bekanntheit. Neben diesen bedeutenden Gebäuden nehmen die Fotografien Claus Baierwaldes auch die unbekannte Nachkriegsmoderne in den Blick. Darunter zählen verspielt-elegante Kleinbauten wie Tankstellen, Kioske oder Pavillons ebenso wie betont sachliche Schulen und öffentliche Verwaltungsgebäude. Die Ausstellung ist bis zum 30. April 2017 zu sehen. (jr, 6.4.17)

Bayerns 50er

Im Stadtmuseum des bayerischen Amberg widmet sich eine Sonderausstellung dem ersten Nachkriegsjahrzehnt. Unter dem Titel „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ wirft sie Schlaglichter auf Architektur, Ökonomie, Alltagsleben, Design und Mode im Freistaat nach 1945. Die als Wanderausstellung konzipierte Schau des Hauses der Bayerischen Geschichte tourt seit 2010 durch Bayern und war unter anderem bereits in München, Regensburg, Fürth und Straubing zu sehen. Die voraussichtlich letzte Station wird sie 2016 in Lindenberg im Allgäu machen.

Das Amberger Stadtmuseum ergänzt die Schau mit einer eigenen Sonderausstellung. Hier legt eine rote Isetta ebenso Zeugnis von Geschmack und Zeitgeist der Nachkriegszeit ab wie der obligatorische Nierentisch. Historische Filmaufnahmen dokumentieren die Rekonstruktion des historischen Ambergs sowie den Einzug der Moderne. An einer mit zeittypischen Plakaten beklebten Litfaßsäule wirbt die noch junge CSU um Mitglieder, während die frisch gegründete FDP vor der Planwirtschaft warnt. Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober 2015 zu sehen. (jr, 21.5.15)

Der Bahnhof in Amberg dokumentiert den Einzug der Nachkriegsmoderne in Bayern (Bild: Haus der Bayerische Geschichte)