Echter Eller zu haben

Wenn schon Luxus, dann richtig! In Aachen-Laurensberg steht zur Zeit ein Privathaus zum Verkauf, das einem 1980er-Jahre-Filmset entsprungen sein könnte. Für 1.280.000 Euro bekommen Sie das Anwesen mit fünf Badezimmern, drei Garagen, Whirlpool und Sauna. Die Mischung aus Chen Kuen Lee, abgemilderter Postmoderne, viel Individualismus und doch ganz zeittypischen Elementen könnte bald unter Denkmalschutz gestellt werden.

Entworfen wurde das Haus vom kürzlich verstorbenen Fritz Eller 1981. Mit seinen Partnern Robert Walter und Erich Moser prägte er vor allem die Architektur in Nordrhein-Westfalen. Von den Verwaltungsbauten der großen Konzerne entlang des Rheins (Bayer, Thyssen und BASF) bis hin zu Prestigeprojekten wie der Ruhruniversität in Bochum oder dem Landtag in Düsseldorf profilierte sich sein Büro nachhaltig. Des Weiteren lehrte Eller 30 Jahre an der RWTH Aachen. Während seine frühen Entwürfe durch rationale Funktionalität bestachen, komponierte er später unterschiedlichste Raumelemente zu einem stimmigen Gesamtgefüge. Die Aachener Villa entstand in etwa zeitgleich mit dem Landtag. Vielleicht wirkt sie deshalb wie dieser en miniature? (jm, 6.12.19)

Aachen, Wohnhaus (Bild: immobilienscout24.de)

Symbole der Nachkriegsarchitektur

Architektur hat etwas mit Denken zu tun, im besten Fall. So können Bauten, so die These der anstehenden Ausstellung des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI), zu Symbolen einer Zeit werden. Im Fall der 1950er, 1960er und 1970er Jahre stehen viele Architekturen für Aufbruch und Zukunftsoptimismus. Vor diesem Hintergrund präsentiert die Ausstellung „Modern gedacht! Symbole der Nachkriegsarchitektur“ Bauten wie das Uni-Klinikum Aachen, die Ruhr-Universität Bochum, die Neue Stadt Wulfen (Dorsten) und das ehemalige Gebäude der WestLB in Dortmund.

Die von Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, Peter Köddermann und Dr. Christine Kämmerer kuratierte Ausstellung ist vom 31. Oktober bis zum 16. November 2018 im Foyer des Technischen Rathauses Bochum (Hans-Böckler-Straße 19, 44787 Bochum) zu sehen. Die Präsentation erfolgt in Kooperation mit der internationalen Konferenz der TU Dortmund „Big Beautiful Buildings. Als die Zukunft gebaut wurde“, die am 30. und 31. Oktober in Bochum stattfindet. Die Eröffnung findet am 30. Oktober 2018 um 18 Uhr im Technischen Rathaus Bochum statt. Zudem wird am 7. November 2018 im Rahmen der Bochumer Stadtgespräche um 19 Uhr über das Thema diskutiert. Am 15. November 2018 bietet Ruhrmoderne e. V. um 19 Uhr die Begleitveranstaltung „Masse mit Klasse – Nachkriegsmoderne weiterbauen“. Teilweise ist eine Anmeldung erforderlich. (kb, 13.10.18)

Aachen, Uni-Klinikum (Bild: © Reinhard Görner)

Aachen: Hauptfeuerwache saniert

In Aachen wurden kürzlich die Sanierungsarbeiten an der Hauptfeuerwache beendet. Seit 2015 wurde der denkmalgeschützte Bau modernisiert und den neuesten Erfordernissen angepasst. Sowohl der städtische Denkmalschutz als auch der Aachener Feuerwehrchef sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Feuerwache wurde in den 1960er Jahren für 75 Feuerwehrleute konzipiert, künftig wird sie 200 Mann Platz bieten. Ab dem 7. August soll sie voll einsatzbereit sein.

Der Bau entstand in den Jahren 1961 bis 1964 nach Plänen Rudolf Steinbachs, der zu dieser Zeit an der RWTH Aachen lehrte. Seit 2013 steht das brutalistische Gebäude unter Denkmalschutz. In den letzten beiden Jahren wurde es nicht nur umfassend saniert, sondern durch eine Veränderung des Grundrisses auch funktional angepasst. Auch die Fassadengestaltung hat sich leicht verändert: So bietet sich dem Passanten künftig durch gläserne Tore ein unverstellter Blick auf den Fuhrpark der Feuerwehr. (jr, 2.8.17)

Aachen, Hauptfeuerwache (Bild: © Stadt Aachen)