Fachklinik Aukrug droht Abriss

Hoch im Norden, im Landkreis Rendsburg-Eckernförde steht die Fachklinik Aukrug – noch. 1928-31 wurde das damalige Hauptgebäude nach Plänen des Architekten Harald Ensrud als Lungenheilstätte für Tuberkulosekranke errichtet. Doch nun gibt es Abrisspläne für das Backstein-Ensemble im Heimatschutzstil. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Nord, heutiger Betreiber der Klinik, will die Gebäude in mehreren Bauabschnitten ersetzen. Bis 2025, erklärt DRV-Sprecher Sebastian Bollig dem Portal shz.de, sollen „nach derzeitiger Planung zwei bestehende Gebäudeteile abgerissen und durch ein neues Gebäudeteil ersetzt“ werden. Dies betrifft das Hauptgebäude, das durch einen kistenförmigen Neubau ersetzt werden soll. Grund: Die Gebäude enstprächen nicht mehr den Anforderungen einer „zeitgemäßen Unterbringung von Rehabilitanden“.

Zunächst habe die DRV einen Umbau unter Erhalt historischer Gebäudeteile erwogen, doch sei „Insbesondere aus der Belegschaft der Klinik (…) der Wunsch nach einem zeitgemäßen beruflichen Umfeld ohne Kompromisse“ gekommen. Mittlerweile sollen nur noch einige Reliefs des Künstlers Alwin Blaue (1896-1958) vom Altbau integriert werden. Nun aber hat das Kieler Landesamt für Denkmalpflege das Ensemble im Blick. Es stehe auf einer Liste für den Kontrollbedarf, teilte Diana Härtrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Landesamt, auf Anfrage mit; man wolle mit der DRV in Kontakt treten. Zumindest der stille und leise Abriss scheint vom Tisch zu sein. (db, 26.8.20)

Aukrug, Fachklinik (Bild: Fonzie, CC BY SA 3.0)

Bonn: Hochhaus weicht neuem Campus

Anstelle des Hochhauses der einstigen Pädagogischen Hochschule Bonn soll ein neuer Campus entstehen, wie der Bonner General-Anzeiger berichtet. Beim Bau des „Allgemeinen Versorgungszentrums III“ kamen einst hochgiftige Polychlorierte Biphenyle (PCB) zum Einsatz, die bei Gebäuden mit Fertigteilen häufig in den Abdichtungen zwischen den Bauteilen verwendet wurden. Deshalb finden hier schon seit 2010 keine Seminare mehr statt. Nun hat man sich für eine Nachnutzung entschieden, die einen Abriss vorsieht. Dieser bedeutet angesichts der Schadstoffe eine Herausforderung. Dennoch sollen bereits im kommenden Jahr die Bagger anrollen.

Das Ziel sei es dabei, für das zu sanierende Hauptgebäude der Universität, das sich in der Innenstadt befindet, Ausweichflächen zu schaffen, erklärte ein Sprecher der Universität gegenüber dem GA. Dafür will man einen provisorischen Campus zwischen Römerstraße und Rhein einrichten. Die Provisorien sollen in modularisierter Bauweise erstellt werden. (mk, 25.8.20)

https://creativecommons.org/licenses/?lang=deBonn, AVZ III (Bild: Stefan Knauf, CC0)

Der Turm wird eingestürzt …

Etliche Bauten prägen die Silhouette Münchens: die Frauenkirche, das Zeltdach des Olympiastadions oder das BMW-Vierzylinder-Hochhaus zählen dazu. Und ein Turm, der sich lange unbemerkt und eher ungewollt zum (Mit-)Wahrzeichen der Stadt entwickelte: Der 1970 errichtete, 176 Meter hohe Kamin des Heizkraftwerks Süd, nach dem 291 Meter hohen Olympiaturm das zweithöchste Bauwerk der Bayernmetropole. Fast fünf Jahrzehnte reckte er sich unablässig dampfend – und gerade dadurch ziemlich eindrucksvoll – empor. Seit 2018 ist er aber stillgelegt, und schon seit fast einem Jahr laufen Abbrucharbeiten an ihm.

Aufgrund des dicht besiedelten Umlands kommt eine Sprengung nicht infrage, daher wurde zunächst die Stahlverstrebung im Inneren entfernt. Nun arbeitet sich ein außen aufgehängtes Abbruchwerkzeug Stück für Stück am Turm hinab. „Der Kamin stammt noch aus der alten Kraftwerkswelt“, sagt Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke München. Sein Verschwinden mache den Wandel innerhalb des Kraftwerks auch nach außen deutlich: Weg von Verbrennung, hin zu erneuerbaren Energien und Geothermie. Folgerichtig wurden 1997 bereits die Müllverbrennungs-, 2004 die Hochdruckanlage und 2018 das Spitzenheizwerk vom Netz genommen. Wie auch immer wird München um ein Symbol des Fortschritts des 20. Jahrhunderts ärmer – auch wenn´s dem Klima wohl nutzen wird … (db, 18.8.20)

München, Heizkraftwerk Süd (Bild: High Contrast, CC BY SA 3.0)