Das Kölner Funkhaus wird fallen

2016 soll es jetzt so weit sein: Das Kölner Funkhaus der Deutschen Welle am Radeberggürtel wird gesprengt. Errichtet wurde das Doppelhochhaus zwischen 1974 und 1980 von der Planungsgruppe Stieldorf. In direkter Nachbarschaft erstellten Gerhard Weber + Partner das brutalistische Hochhaus für den Deutschlandfunk. Letzteres bleibt, ersteres soll gehen. Denn seit 2003 steht der Bau leer, die Deutsche Welle hat ihren neuen Sitz im Bonner Schürmannbau bezogen. Hinzu kam die Nachricht, das Funkhaus sei mit Spritzasbest belastet.

Mit den Jahren waren die Umnutzungsvorschläge durch sehr konkrete Abriss- und Neubaupläne abgelöst werden. Nun meldet der Kölner Stadt-Anzeiger Details zum bevorstehenden Abriss: „Die Investoren Bauwens und Wohnkompanie wollen auf dem Areal 750 neue Wohnungen bauen.“ Dafür soll das 318 Meter hohe Doppelhochhaus zunächst von den Schadstoffen befreit und dann gesprengt werden. Die Sprengladungen würden – in den Geschossebenen leicht zeitversetzt – an einem Sonntag um 10 Uhr hochgehen, da sei erfahrungsgemäß am wenigsten los. Noch steht die behördliche Genehmigung für diese Arbeiten aus. (kb, 9.6.15)

Links bleibt, rechts geht: Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (© Raimond Spekking/CC BY SA 4.0 (via Wikimedia Commons))

Ehem. Bundesrechnungshof: Teilabriss

Ein Teil wird fallen: Der ehemalige Bundesrechnungshof in Frankfurt/Main (Bild: R. Meinecke, Wikipedia GFDL 1.2)
Ein Teil wird fallen: der ehem. Bundesrechnungshof in Frankfurt/Main (Bild: R. Meinecke, Wikipedia GFDL 1.2)

Seit über 15 Jahren steht der ehemalige Bundesrechnungshof in der Frankfurt Innenstadt leer. Der 1955 nach einem Entwurf von Werner Dierschke und Friedel Steinmeyer errichtete Stahlskelettbau ist seit den Neunzigern denkmalgeschützt, gleichwohl in der Bausubstanz stark angegriffen. Womöglich war auch dies ein Grund, wieso sich die Investoren in den vergangenen Jahren die Klinke in die Hand gaben: Außer der zerstörerischen „Schadstoffsanierung“ eines angrenzenden, nicht geschützten Fünfziger-Jahre-Baus geschah über Jahre nichts mit dem Großbau nahe der Paulskirche.

Nun kommt Bewegung in die Sache – und wie so oft startet sie mit einem Abriss: Alle nicht geschützten Gebäude und auch der westliche Trakt des Bundesrechnungshofs fallen im Frühjahr 2015. Sie sollen den „Kornmarkt-Arkaden“ nach Entwurf des Frankfurter Architekten Jürgen Engel Platz machen. Die abgebildeten Teile des Altbaus werden originalgetreu saniert, wie der Bauherr, die OFB-Projektentwicklung, bestätigte. Man sei bereits mit mehreren potentiellen Mietern im Gespräch, so Projektentwickler Michael Gunterdorf zur Frankfurter Rundschau. Für das Frankfurter Denkmalamt endet damit eine jahrelange Hängepartie um den Klinker-Bau: Aufgrund seiner schlechten Substanz hatte man bereits mehrfach von Abbruch gesprochen. (db, 11.10.14)

Das Ende der Rhein-Main-Hallen

Die Wiesbadener Rhein-Main-Hallen zählt man zu den ersten bundesdeutschen Mehrzweckhallen. Eingeweiht wurde der flachgedeckte langgestreckte Bau zwischen Hauptbahnhof, Kurhaus und Altstadt bereits 1957 nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Roßkotten. Er wurde am ehemaligen Standort des Taunus- bzw. Rheinbahnhofs errichtet. In den Rhein-Main-Hallen fanden große Kultur-, Sport- und Festveranstaltungen statt. Nicht nur der Showmaster Hans-Joachim Kuhlenkampff war mit seiner Quiz-Sendung „Einer wird gewinnen“ ein regelmäßiger Gast.

Die Rhein-Main-Hallen wurden bereits mehrfach verändert. Zuletzt ergänzte man sie 2006 um einen Konferenzsaal und einen repräsentativen Eingangsbau. Der Abriss des Ensembles ist seit 2012 beschlossene Sache. Nach einem vorlaufenden Wettbewerb wurde der vierte Preisträger, das Büro Ferdinand Heide Architekten mit dem Neubau beauftragt. Heide hat sich in der Region bereits mit seinen Entwürfen für den neuen Frankfurter Westend-Campus einen Namen gemacht. Im August 2014 wird nun mit dem Abriss der Rhein-Main-Hallen begonnen. Der Neubau soll 2018 fertiggestellt werden: 180 Millionen Euro für 25.000 Quadratmeter für 9.000 Menschen. (kb, 13.8.14)

Wiesbaden, Rhein-Main-Hallen vor dem Umbau von 2006 (Bild: Magnus Manske, 2004)