Gehen Sie über Loos

Im Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag von Adolf Loos zum 150. Mal. Anlass für das Architekturzentrum Wien, einem der Pioniere der Moderne ein Schaufenster und eine Installation innerhalb der a_schau (der Dauerschau des Az W) zu widmen. Loos´ Schriften und Bauten haben sich in die globale Architekturgeschichte eingeschrieben. Von entscheidendem Einfluss war vor allem sein Konzept des „Raumplans“, welches er 1930 in einem Vortrag in Pilsen wie folgt beschrieb: „Meine Architektur ist überhaupt nicht in Plänen konzipiert, sondern in Räumen beziehungsweise Kuben. Ich plane keinerlei Grundrisse, Fassaden, Aufrisse. Sondern Räume. (…). Die Geschosse verfließen ineinander und knüpfen aneinander an.“

Die Sonderschau „Adolf Loos – Nachleben“ ist vom 3. bis 30. September im Az W zu sehen; ihre Kuratorinnen Monika Platzer und Sonja Pisarik nehmen die Loos’sche Strahlkraft auf die nachfolgenden Generationen bis in die Gegenwart unter die Lupe. Ausgehend von einem originalen Fundstück eröffnet sich mit einem Fenster zum Hof die Auseinandersetzung. In der Dauerausstellung sind hierzu ergänzende Projekte aus der Sammlung des Az W zu sehen, die sich von Adolf Loos inspirieren ließen. Sind’s also so nett bittschön, und gehen’s über Loos, wenn’s in Wean san … (db, 54.9.20)

Wien, Loos-Haus (Bild: Olga Sitnik, CC BY SA 3.0)

Wien: Wege der Moderne

Adolf Loos, Schlafzimmer in der Wohnung Lina und Adolf Loos, Wien I., Bösendorferstraße 3, 1903 (Rekonstruktion von Hubmann – Vass, Architekten ZT) (Bild: Peter Kainz/MAK Wien)
Adolf Loos, Schlafzimmer in der Wohnung Lina und Adolf Loos, Wien I., Bösendorferstraße 3, 1903 (Rekonstruktion von Hubmann – Vass, Architekten ZT) (Bild: Peter Kainz/MAK Wien)

Josef Hoffmann (1870-1956) und Adolf Loos (1870-1933) prägten das neue Bauen und Gestalten im Wien der Jahrhundertwende. Für die modernen Konsumenten entwickelten sie zwei gegensätzliche Ansätze: Hoffmann bot Gebrauchsgegenstände und Architektur in immer neuen Designs als ästhetische Produkte an. Adolf Loos hingegen sah diese nicht als Kunstprodukte, sondern als diskreten Hintergrund für individuelle Lebensweisen. Diesen beiden Wiener Gestaltern widmet das MAK Wien noch bis zum 19. April 2015 die Ausstellung „Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen“.

Die Ausstellung zeigt in fünf Abschnitten die Vorbedingungen, Hauptwerke und Folgen der Arbeit von Hoffmann und Loos. Nach einem Blick auf die Vorgängergenerationen und frühen Jahren von Hoffmann und Loose, geht es im zentralen Ausstellungskapitel – anhand von Originalzeichnungen, Gebrauchsgegenständen, Möbeln und Modellen – um ihre Arbeiten der Jahrhundertwende. Im Mittelpunkt steht das moderne Stadthaus: das „Looshaus“ am Wiener Michaelerplatz und Hoffmanns Palais Stoclet in Brüssel, deren Schlafzimmer erstmals als Rekonstruktionen gezeigt werden. Zur Ausstellung wird ein Begleitprogramm angeboten und erscheint ein reich bebilderter Katalog. (kb, 19.1.15)