Schlagwort: Architekturfotografie

Wandkalender "Betonkunst in der DDR" von Martin Maleschka (Bild: Martin Maleschka)

Geschenke für Ostmodernisten

Da sucht man ein Geschenk für die Hochzeit eines Freundes – und die Ostmoderne-Community gibt einem so viele tolle Tipps, dass es gleich für mehrere Hochzeiten reichen könnte. Daher möchten wir Ihnen diese weihnachtstauglichen Hinweise auf keinen Fall vorenthalten: Da wäre das persönliche Inlands-Erlebnis mit einem „privaten Ausflugsbegleiter in die sowjetische Geschichte“ (Berlins Taiga). Oder für die Russischsprechenden oder Russlandreisenden die Stadtführungen von engineer-history.ru. Oder eine fachkundig begleitete Reise von Gianluca Pardelli von Soviet Tours.

Doch lieber ein Buch? Dann wären Einführungen wie „Pioneers of Soviet Architecture“ zu empfehlen. Die neue Neuauflage von Christoph Liepach hatten wir schon völlig zu Recht besprochen. Und da wäre natürlich noch der unermüdlich Foto-Chronist der Ostmoderne Martin Maleschka. Sein DIN-A-3-Wandkalender, der diesmal zwölf Motive von bekannten und weniger bekannten DDR-Betonformsteinen zum Thema hat, ist leider vergriffen. Fast – denn zur Buchvorstellung am 13. Dezember um 18 Uhr können noch Restexemplare in Eisenhüttenstadt im Dokumentationszentrum für Alltagskultur der DDR erworben werden. Buchvorstellung? Ja, der neue, der erste Maleschka ist dann bei DOM Publishers erschienen: „Baubezogene Kunst. DDR. Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990“. Weitere Buchvorstellungen, z. B. am 18. Dezember im DDR-Museum in Berlin-Mitte, sind in Vorbereitung. (kb, 4.11.18)

Wandkalender „Betonkunst in der DDR“ von Martin Maleschka (Bild: Martin Maleschka)

München, Olympia-Parkhaus (Copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek/Sigrid Neubert)

Sigrid Neubert ist tot

Gerade erst wurde ihr die Ausstellung „Architektur und Natur“ gewidmet (aktuell im Lechner Museum Ingolstadt zu sehen), nun ist die Fotografin Sigrid Neubert am 13. Oktober im Alter von 91 Jahren gestorben. Die gebürtige Tübingerin beendete 1954 ihre Ausbildung und arbeitete zunächst in der Werbung, ehe sie sich auf die Architekturfotografie spezialisierte – im Adenauer-Deutschland noch eine männliche Domäne. Ihre kontrastreichen Bilder erreichten schnell eine ikonische Qualität, vor allem jene der Münchner Olympia-Bauten und des BMW-Hochhauses werden bis heute regelmäßig publiziert. Bis Ende der 1980er hielt Sigrid Neubert vorrangig das neue Bauen in der Bonner Republik fest, ehe sie sich der Naturfotografie zuwendete.

Die laufende Retrospektive in Ingolstadt widmet sich dem Gesamtwerk der Fotografin, zeigt auch ihre bekanntesten Arbeiten, wie die Bilder aus dem Nymphenburger Schlosspark und den megalithischen Tempeln von Malta. Doch natürlich sind auch die Architekturaufnahmen zu sehen. Sigrid Neubert selbst ermöglichte erst die Schau in dieser Form:  durch die Schenkung wesentlicher Werkkonvolute an die Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen Berlin. Das zur Ausstellung erschienene Buch von Frank Seehausen über die Architekturfotografie Sigrid Neuberts sei hier noch einmal ausdrücklich empfohlen. (db, 17.10.18)

München, Olympia-Parkhaus (Copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek/Sigrid Neubert)

"Sigrid Neubert. Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne" (Bild: Hirmer Verlag, Coverfoto, Detail)

Sigrid Neubert und die Architekturmoderne

Ein Déjà-vu ist erlaubt: Die Ausstellung dazu hatten wir bei mR schon gemeldet – aber jetzt ist der Katalog dazu fertig! Das Berliner Museum für Fotografie zeigte in diesem Frühjahr das fotografische Werk von Siegrid Neubert (* 1927). Sie gilt als eine der bekanntesten Architekturfotografinnen Deutschlands. Rund 30 Jahre arbeitete sie für bedeutende Architekturbüros und entwickelte dabei ihren kontrastreichen, die Strukturen der Bauten klar herausarbeitenden Stil.

Vor Neuberts Kamera kamen z. B. das Olympiaparkhaus von Gerd Wiegand, das BMW-Ensemble von Karl Schwanzer und die Hauptverwaltung der Hypo-Bank von Bea und Walter Betz. Seit den 1970er Jahren schuf die Fotografin ebenso Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Der nun vom Kurator der Berliner Ausstellung nachgereichte Katalog konzentriert sich auf die Architekturfotografien. Der große Vorteil: Sie können sich den Katalog nach Hause schicken lassen und mit den treffenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen in die Welt der Nachkriegsmoderne abtauen – ganz entspannt auf dem heimischen Balkon bei einem Kaltgetränk Ihrer Wahl. (kb, 28.7.18)

Titelmotiv: „Sigrid Neubert. Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne“ (Bild: Hirmer Verlag, Coverfoto, Detail)

Mondrian-Kleid, Yves Saint Laurent (Bild: Eric Koch/Anefo (Nationaal Archief), CC BY-SA 3.0)

Moderne auf Stoff und Papier

Gleich zweimal geht es aktuell um die dreidimensionale Moderne auf zweidimensionalen Medien: auf Stoff und Papier. Bei der geplanten die Publikation „Textile Moderne“ (Böhlau Verlag) geht es um Textilien als avantgardistische (Kultur-)Techniken und als künstlerisches Experimentierfeld zwischen den 1850er und den 1950er Jahren: von der Stickerei über Weben, Textildruck und -collage bis hin zu Wohntextilien, Mode und textile Architekturen. Bis zum 15. Juni 2018 können Abstracts (bis max. 3.000 Zeichen) in einem pdf-Dokument gesendet werden an: Prof. Dr. Burcu Dogramaci (Institut für Kunstgeschichte, LMU München), burcu.dogramaci@lmu.de. Die Beiträge sollen später in deutscher oder englischer Sprache 35.000 Zeichen umfassen und bis spätestens 15. Dezember 2018 vorliegen.

Auch das Medium Papier spiegelt die Moderne in besonderer Weise: Das Symposium „Architekturfotografie der Spätmoderne“ will dieses Thema am 31. Mai 2018 im Berliner Museum für Fotografie (Jebensstraße 2, 10623 Berlin) mit Blick auf (West-)Deutschland, Österreich und die USA ausloten. Denn in der Architekturfotografie der 1960er Jahre verdichten sich die architektonischen Debatten dieser Zeit. Die damals zahlreich erscheinenden Architekturzeitschriften boten ein neues Forum für diesen Bereich der Fotografie. Aus der Reportage- und Magazinfotografie wurden dafür lebensnahe Darstellungsformen in die Architekturfotografie übernommen. Anlass des Symposiums ist die Ausstellung zum Werk Sigrid Neuberts. (kb, 20.5.18)

Mondrian-Kleid, Yves Saint Laurent (Bild: Eric Koch/Anefo (Nationaal Archief), CC BY SA 3.0)

Hannover-Linden, Bettfedern- und Daunenfabrik Werner & Ehlers (Bild: Hartmut Möller)

„Relikte“ bald in Hannover

Nach Station im Deutschen Erdölmuseum Wietze wird die Fotoausstellung „Relikte“ im Rahmen der ArchitekturZeit 2018 rund um den Tag der Architektur für vier Wochen auf dem Areal der ehemaligen Bettfedern- und Daunenfabrik Werner & Ehlers in Hannover zu sehen sein. Das Netzwerk Industriekultur präsentiert 30 Fotografien aus dem Dreieck Hannover–Hameln–Hildesheim. Damit machen Olaf Grohmann, Hartmut Möller und Martin Stöber auf die industrielle Vergangenheit der Region aufmerksam.

Die Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen noch genutzte Industrieanlagen, Verkehrsbauten, Ruinen und architektonische Details – Fragmente einer historisch kurzen aber dennoch wirkungsmächtigen Ära. Das sanierte Kesselhaus Linden bietet der Ausstellung eine fulminante Kulisse und erlaubt zeitgleich Einblicke in diese technische Rarität. Zudem bietet die Kesselhaus-Initiative am 24. Juni, 8. Juli und 22. Juli Führungen durch das eindrucksvolle Denkmal an. Einführende Worte zur Eröffnung am 23. Juni um 16 Uhr spricht der Denkmalpfleger Dr. Stefan Amt. (kb, 18.5.18)

Hannover-Linden, Bettfedern- und Daunenfabrik Werner & Ehlers (Bild: Hartmut Möller)

Kraftwerk Birsfelden (Bild: Thomas Riehle; Sammlung Wilfried Dechau)

Bilder von Tomas Riehle

Im Juli 2017 starb Tomas Riehle, einer der stilbildenden und treffsichersten Architekturfotografen Deutschlands. Nun widmet ihm die Stiftung Insel Hombroich die Ausstellung Thomas Riehle. Fotografie. Der Ort der Schau ist mehr als angemessen: Über zwanzig Jahre lang lichtete der Wahl-Rheinländer die begehbaren Skulpturen und die Bauten der Kulturlandschaft Hombroich in Neuss ab. Im Laufe der Zeit entstanden ikonische Bilder des von seinem einstigen Professor Erwin Heerich initiierten Museumsareals, das 1987 eröffnet wurde.

Im dortigen Siza Pavillon sind 46 Bildern mehrerer Werkreihen aus über vierzig Jahren des fotografischen Wirkens Thomas Riehles zu sehen: künstlerische Auseinandersetzungen mit dem bebauten, inszenierten und umbauten Raum. Darunter auch Aufnahmen der Rheinbrücken, die Riehle in einem lange Jahre dauernden Projekt komplett ablichtete – so auch jene am Schweizer Kraftwerk Birsfelden (1953/54). Kuratiert wurde die Retrospektive von Katsuhito Nishikawa. Am Sonntag, 6. Mai findet im Rahmen der Ausstellung ein Vortrag mit dem Titel „Wenn Architekten träumen…“ von Rolf Sachsse statt. Der Fotograf, Autor und Professor für Designgeschichte und -theorie an der HBK Saar promovierte zum Thema Fotografie als Medium der Architekturinterpretation und war bis 1994 Professor für Fotografie in Krefeld. (db, 22.4.18)

Kraftwerk Birsfelden (Bild: Thomas Riehle, Sammlung Wilfried Dechau)

Döllgast, Alte Pinakothek, Bild (c) Klaus Kinold

Kinold trifft Döllgast trifft Schwarz

Wiederaufbau im Sinne von Rekonstruktion oder aber Neuplanung nach den Maßgaben der Charta von Athen – das waren die Pole der architektonischen Debatten in der jungen Bundesrepublik. Für einen Mittelweg plädierten die Architekten Hans Döllgast und Rudolf Schwarz, die in den 1950er Jahren für diverse Bauprojekte im kriegszerstörten Land verantwortlich zeichneten. Eine Ausstellung in Innsbruck beleuchtet das Werk der beiden Architekten in Aufnahmen Klaus Kinolds. Der Fotograf, der in den 1960er Jahren bei Egon Eiermann Architektur studierte, vereint in seinen Arbeiten die Expertise beider Berufsfelder.

Hans Döllgast plante unter anderem den Wiederaufbau der Alten Pinakothek in München. Seine Fassadenrekonstruktion verzichtete bewusst darauf, die Kriegsschäden zu übertünchen und sorgte dafür, dass sie auch nach Abschluss des Wiederaufbaus sichtbar blieben. Rudolf Schwarz entwickelte sich zu einem gefragten Kirchenbaumeister der Nachkriegszeit, er betreute auch den Wiederaufbau der Paulskirche in Frankfurt. Trotz der durchaus modernen Formensprache seiner Architektur sprach Schwarz sich gegen die von Gropius propagierte Bauhaus-Moderne aus, der er Formalismus und Technizismus vorwarf. 1953 löste er die Bauhaus-Debatte aus, die die Fachwelt monatelang beschäftigte. Die Ausstellung ist bis zum 9. Juni 2018 im aut (architektur und tirol, im Adambräu, Lois Welzenbacher Platz 1, 6020 Innsbruck) zu sehen. (jr, 18.4.18)

Döllgast, Wiederaufbau Alte Pinakothek (Bild: © Klaus Kinold)

Theodor Fischer (Bild Wasmuth Verlag)

Ein neues Buch zu Theodor Fischer

Er gilt als Wegbereiter der Moderne und zeichnete für die Ausbildung diverser bedeutender Architekten des 20. Jahrhunderts verantwortlich: Theodor Fischer. Dennoch hat die kunsthistorische Forschung den Baumeister, Theoretiker und Hochschullehrer bislang nur selten berücksichtigt. In diese Lücke stößt eine neue Monografie von Rose Hajdu und Dietrich Heißenbüttel hinein. Sie nimmt Fischers Stuttgarter Bauten in den Blick, die eine zentrale Werksphase des Architekten darstellen.

Fischer folgte 1901 einem Ruf an die Technische Hochschule in Stuttgart, wo er als Professor für Bauentwürfe und Städtebau Maßstäbe setzte. Hier und an seiner zweiten Wirkstätte München war er Mentor von Architekten wie Ernst May, Bruno Taut, Ferdinand Kramer, Paul Bonatz oder Erich Mendelsohn. Seine Bauten distanzieren sich von den überladenen Formen des Historismus und präferierten einen gemäßigt modernen Stil. Der  Band porträtiert dies anhand des Stuttgarter Beispiels und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur überfälligen wissenschaftlichen Revision des Architekten. Es bleibt zu hoffen, das weitere entsprechende Literatur folgen wird. (jr, 2.3.18)

Hajdu, Rose, Heißenbüttel, Dietrich, Theodor Fischer. Architektur der Stuttgarter Jahre, Wasmuth Verlag, Tübingen 2018, ISBN 978 3 8030 0795 7.

"Fotografie Ruhrmoderne" (Bild: Ausstellungstitel)

Fotografie Ruhrmoderne

Das Jahr fängt ja gut an! Die Ausstellung „Fotografie Ruhrmoderne“ ist ab sofort bis zum Dezember 2018 im Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (Bahnhofsvorplatz 3, 45879 Gelsenkirchen zu sehen. Das heute als Gericht genutzt Gebäude wurde 1910 nach Entwürfen von Karl Buddeberg als Postamt errichtet und liegt anreisefreundlich in Bahnhofsnähe.

Damit bleibt ausreichend Zeit, sich dieser besonderen Dokumentation der Architektur der 1960er und 70er Jahre im östlichen und mittleren Ruhrgebiet zu widmen. Gezeigt werden Fotografien von Studierenden der Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund in Kooperation mit StadtBauKultur NRW. Die Ausstellung kann zu folgenden Öffnungszeiten des Verwaltungsgerichts besucht werden: montags und dienstags: 7:30 – 16:00 Uhr, mittwochs bis freitags: 7.30 – 15.30 Uhr (Das Personal in der Eingangskontrolle führt an der Sicherheitsschleuse im Eingangsbereich des Gerichts regelmäßig eine Personen- und Gepäckkontrolle durch). (kb, 25.1.18)

Sigrid Neubert, Hans Maurer, Erdfunkstelle bei Raisting, 1970 (© Staatliche Museen zu Berlin – Kunstbibliothek/Sigrid Neubert)

Erdfunkstelle und Olympiaparkhaus

Schulgängern der 1970er Jahre dürfte dieses Bild tief vertraut sein: Die riesige Parabolantenne scheint das bayerische Barockkirchlein schier zu erdrücken. Moderne gegen Tradition, Wissenschaft gegen Religion – so waren gern bediente Deutungsschemata für diese Fotografie von Sigrid Neubert aus dem Jahr 1970. Heute mag sich der einstige Blick zu einem nostalgischen gewandelt haben. Der Modernist wie der Brutalist freut sich an der inzwischen denkmalgeschützten „Erdfunkstelle“ und fragt sich, ob sie noch steht (ja).

Sigrid Neubert (* 1927) gilt als eine der bekanntesten Architekturfotografinnen Deutschlands. Rund 30 Jahre arbeitete sie für bedeutende Architekturbüros und entwickelte dabei ihren kontrastreichen, die Strukturen der Bauten klar herausarbeitenden Stil. Hier sind z. B. das Olympiaparkhaus von Gerd Wiegand, das BMW-Ensemble von Karl Schwanzer oder die Hauptverwaltung der Hypo-Bank von Bea und Walter Betz zu nennen. Seit den 1970er Jahren schuf Neubert ebenso Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Das Museum für Fotografie (Jebensstraße 2, 10623 Berlin) zeigt ihr Werk, eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin, vom 9. Februar bis zum 3. Juni 2018 unter dem Titel „Sigrid Neubert – Fotografien. Architektur und Natur“. Die Eröffnung wird am 8. Februar 2018 um 19 Uhr begangen. (kb, 8.1.18)

Sigrid Neubert, Hans Maurer, Erdfunkstelle bei Raisting, 1970 (© Staatliche Museen zu Berlin – Kunstbibliothek/Sigrid Neubert)

Aschaffenburg, Rathaus (Bild: Tilmann, CC BY SA 3.0)

Aschaffenburg und die 1950er

Die Stadt Aschaffenburg erlitt in den Jahren 1944/45 ungekannte Zerstörungen. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges wurde sie von der Naziführung zur „Festung“ erklärt und somit prädestiniertes Ziel alliierter Bombardements. Zahlreiche bedeutende Kulturdenkmäler der Stadt wurden zerstört oder schwer beschädigt. Der Wiederaufbau orientierte sich zwar an der historischen Bebauung, bescherte der Stadt jedoch auch bauliche Vertreter einer anspruchsvollen, modernen Architektur. Ihnen gilt die Fotoausstellung „Architektur einer neuen Zeit“, die ab 7.10.2017 in der Treppenhalle im Schloss Johannisburg (Schloßpl. 4, 63739 Aschaffenburg) gezeigt wird.

Die Schau versammelt Arbeiten des Fotografen Walter Vorjohann. Im Mittelpunkt stehen das Justizgebäude an der Friedrichstraße und das Aschaffenburger Rathaus. Letzteres wurde wurde 1956-58 nach Plänen Diez Brandis errichtet und stiftete der Stadt symbolisch ein neues Zentrum. Vorjohann porträtiert die Bauten nicht nur in Außenaufnahmen, sondern widmet sich auch der komplexen Innengestaltung der Gebäude. Die Ausstellung ist bis zum 5.11.2017 zu sehen. (jr, 2.10.17)

Aschaffenburg, Rathaus (Bild: Tilman2007, CC BY SA 3.0)

Matthias Matzak: das neue frankfurt (Bild: Wasmuth Verlag)

Stuttgart am Main

In der Architekturgalerie am Weißenhof in Stuttgart treffen derzeit zwei Spielarten des Wohnungs- und Städtebaus aufeinander. Die Ausstellung „Soziale Stadt im Bild“ stellt aktuellen  Aufnahmen des baulichen Erbes des Neuen Frankfurt historische Bilder des Stuttgarter Nachkriegswohnungsbaus gegenüber. Während die in den 1920er Jahren erbauten Siedlungen der Mainmetropole den Idealen der Gartenstadt verpflichtet sind, zeigen ihre schwäbischen Verwandten das Planungsparadigma der Großwohnsiedlungen der Bundesrepublik auf. Die Schau wirft mit dieser Gegenüberstellung Fragen nach der sozialen Stadt und ihrer Vermittlung auf.

Kern der Ausstellung sind Bilder des Fotografen Matthias Matzak. Seit 2008 widmet er sich dem Neuen Frankfurt und porträtiert dessen Bauten und Planungen. Das umfangreiche Bildarchiv als thematisch sortierter Onlinekatalog im Internet verfügbar. 2014 erschien seine Arbeit erstmals gebündelt in Form eines Bildbandes, der eine Fotoausstellung Matzaks im Deutschen Architekturmuseum flankierte. Die Ausstellung in der Weißenhofgalerie ist noch bis zum 1. Oktober 2017 zu sehen. (jr, 25.7.17)