I spy Modernism

Der Fotowettbewerb „I Spy Modernism Architectural. Photography Competition Photography and the Modern Movement“ begibt sich auf die Spuren der großen Architekturfotografen Julius Shulman, Ezra Stoller, Pedro Guerrero oder Berenice Abbott. Ihre Aufnahmen prägen unser Bild der Nachkriegsmoderne bis heute. Oft arbeiteten sie eng mit den Baumeistern ihrer Zeit zusammen. Gemeinsam rückte man die späteren Inkunabeln ins rechte Licht und in eine möglichst günstige Perspektive.

DOCOMOMO US lädt Fotoenthusiasten mit diesem Wettbewerb dazu ein, ihr eigenes Bild der Moderne zu machen. Einsendungen werden akzeptiert bis zum 1. Juli (23.59 Uhr, Eastern Standard Time). An Preisen sind ausgeschrieben: 1. Platz: $500, 2. Platz: $300, 3. Platz: $200. Es können pro Person drei Aufnahmen eingesandt werden. Die Gewinner werden von einer international besetzten Jury ausgewählt. Teilnehmer des Wettbewerbs zahlen eine Gebühr: DOMOMOMO-US-Mitglieder $25, Studierende $15, Nicht-Mitglieder $50. Die besten Einsendungen werden zudem auf der Homepage des Veranstalters veröffentlicht und als Kartenset vervielfältigt. (kb, 26.5.20)

Case Study House No. 22, 1960, Julius Shulman (Bild: The Getty Research Institute, 2004.R.10, © J. Paul Getty Trust)

Ost Places

Eine Fotosafari macht erst dann Sinn, wenn es etwas zu jagen gibt: Übertragen auf die Architektur, trifft dies in besonderer Weise auf die Ostmoderne zu. Vieles ist schon weg, manches noch da und anderes wartet verborgen auf den kundigen Sucher. Der Fotograf und studierte Historiker Andreas Metz hat sich zwei Jahre – vorzugsweise mit Bahn und Rad – Zeit genommen für diese ertragreiche Bilderreise.

Am Ende wurden es 15.000 Fotos aus ganz Ostdeutschland. Sein persönliches Best-of hat Metz nun im Verlag Neues Leben zu einem opulenten Bildband zusammengestellt. Für ihn erzählen diese Motive „von Aufbruch und Abbruch, Heimat und Heimatverlust, von Siegern und Besiegten, verblühten und aufblühenden Landschaften“. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung seien aus Ost Places Lost Places geworden. (kb, 23.9.19)

Metz, Andreas, Ost Places. Vom Verscheinden und Wiederfinden der DDR, Verlag Neues Leben, Berlin 2019.

Titelmotiv: Andreas Metz, „Ostplaces“ (Bild: Buchcover, Detail, Verlag Neues Leben)

Osthaus vor Bauhaus

Es gab ein „vor dem Bauhaus“ und das lag ausgerechnet in Westfalen: Mit dem „Hagener Impuls“ beeinflusste der Mäzen Karl Ernst Osthaus die Reformbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts, darunter auch sein Freund Walter Gropius. Mit dem Anspruch, „die Schönheit wieder zur herrschenden Macht im Leben“ zu machen, rief Osthaus zwischen 1900 und 1921 wegweisende Projekte ins Leben. Für Design-Aufgaben zog er wiederholt den Künstler Henry van de Velde hinzu, der hier zu einem reduzierten, auf die Moderne verweisenden Jugendstil fand. Zu den baulichen Zeugnissen dieser Ära zählen in Hagen u. a. das spätere Museum Osthaus, das Wohnhaus Hohenhof, die Gartenstadt Hohenhagen – und das Eduard-Müller-Krematorium, das kein Geringerer als Peter Behrens gestaltete.

In Dortmund widmet sich die Ausstellung „Vor dem Bauhaus: Osthaus – Einblicke in eine Fotosammlung“ dem Einfluss von Osthaus auf die moderne Architektur, vor allem seinem Verhältnis zur Fotografie. Denn gerade mit Lichtbildern machte er seine Projekte international bekannt und zielte auf eine neue Wahrnehmung der Baukunst. Die Ausstellung – eine Kooperation von TU Dortmund, Baukunstarchiv NRW und Deutschem Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg – wird vom 6. September bis zum 27. Oktober 2019 im Baukunstarchiv NRW (Ostwall 7, Dortmund) gezeigt. Die Vernissage findet am 5. September um 18 Uhr statt. (kb, 20.7.19)

Hagen, Eduard-Müller-Krematorium (Bild: Copyright Bildarchiv Foto Marburg)