Moskau, Moskau

Nein, der Titel ist (fast) keine Anspielung auf eine schlechtkostümierte singende Tanzkombo der 1970er Jahre. Es geht um die zweite (!) Auflage eines besonderen Städteführers. So unauslöschlich sich historische Monumente wie der Kreml ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben, wurde die russische Hauptstadt doch in den vergangenen Jahrzehnten baulich tiefgreifend verändert – gesteuert von Dauerpräsident Wladimir Putin und Bürgermeister Sergei Sobjanin. Der „Architekturführer Moskau“, jüngst neu-aufgelegt bei Dom Publishers, porträtiert gezielt auch weniger bekannte Objekte des 20. und 21. Jahrhunderts. Denn, so die These, „in keiner anderen europäischen Hauptstadt wurden in letzter Zeit so viele Plätze und Straßen generalsaniert, Fahrradwege angelegt und neue Impulse im sozialen Wohnungsbau gesetzt“. Die grenzenlose Kamera-Überwachung gibt es gratis obendrauf. Die zweite Auflage des Architekturführer Moskau wurde um Essays, ca. 120 Bauten und Drohnenfotos von Denis Esakov erweitern. (kb, 26.10.20)

Knoch, Peter, Architekturführer Moskau, hg. von Philipp Meuser, Dom Publishers, Berlin 2000, 13,5 x 24,5 cm, 576 Seiten, 2.000 Abbildungen, Softcover, ISBN 978-3-86922-634-72. Auflage.

Moskau, Klub Sujew, 1927-29 (Foto: © Denis Esakov)

Moskau, Klub Sujew, 1927-29 (Foto: © Denis Esakov)

Moskau, Atelierhaus Melnikov, 1927-29 (Foto: © Karina Diemer)

Moskau, Atelierhaus Melnikov, 1927-29 (Foto: © Karina Diemer)

Moskau, Theater der Roten Armee, 1935-40 (Foto: © Denis Esakov)

Moskau, Theater der Roten Armee, 1935-40 (Foto: © Denis Esakov)

Moskau, Serie P55, 1978 (Erstgenehmigung) (Foto: © Philipp Meuser)

Moskau, Serie P55, 1978 (Erstgenehmigung) (Foto: © Philipp Meuser)

Moskau, Danilowski-Markt, 1979-86 (Foto: © Karina Diemer)

Moskau, Wohnanlage Kamelot, 1999-2004 (Foto: © Philipp Meuser)

Moskau, Wohnanlage Kamelot, 1999-2004 (Foto: © Philipp Meuser)

Moskau, Wohnungsbauserien DOMRIK und DOMNAD, 2014-15 (Foto: © Denis Esakov)

Moskau, Wohnungsbauserien DOMRIK und DOMNAD, 2014-15 (Foto: © Denis Esakov)

Moskau, Hyatt Regency Moscow, 2015-17 (Foto: © Philipp Meuser)

Moskau, Hyatt Regency Moscow, 2015-17 (Foto: © Philipp Meuser)

Moskau, International Medical Cluster, 2016-18 (Foto: © Denis Esakov)

Moskau, International Medical Cluster, 2016-18 (Foto: © Denis Esakov)

Titelmotiv: Moskau, Bibliothek der Staatlichen Medizinischen Universität, 1973-78 (Foto: © Archiv Leonid Polishchuk)

Frankfurts 80er

Es ist schon fast eine gute Tradition zu nennen, auf moderneREGIONAL den jeweils nächsten Frankfurter Moderne-Führer vorzustellen. Begonnen hatte Wilhelm Opatz als Herausgeber anno 2015 mit den 1950er Jahren. Seitdem ist das Konzept im Wesentlichen gleichgeblieben: Zehn Bauten für zehn Jahre – in beschreibenden Texten und künstlerisch fotografierten Bildern. Der neue, nunmehr im Hamburger Junius-Verlag erschienene Band widmet sich dieses Mal 13 Beispielen aus den Jahren 1980 bis 1989 – von spät umgesetzten Planungen der 1970er Jahre über technoide Ingenieursentwürfe bis zur verspielten Postmoderne.

Zu den ausgewählten Highlights aus Frankfurt (mit einem Bonus-Bau aus dem Taunus) zählen u. a. die Zwillingstürme der Deutschen Bank und der Umbau des Karmeliterklosters zum Archäologischen Museum. Ergänzt werden die einzelnen Bauporträts durch ein Vorwort von Ursula Kleefisch-Jobst, Generalkuratorin des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI), sowie Fotografien von Georg Dörr und Adrian Seib. (kb, 8.9.20)

Opatz, Wilhelm E. (Hg.), Architekturführer Frankfurt 1980–1989, mit Fotografien von Georg Dörr und Adrian Seib, Junius-Verlag, Hamburg 2020, 24,5 x 21,5 cm, 80 Farbabbildungen, Softcover, ISBN 978-3-96060-525-644.

Titelmotiv: Buchcover (Bild: dkv)

Endlich: Zürich modern

Satte 1.200 Objekte können Schweiz-Fans (und solche, die es werden wollen) ab sofort in geballter Buchform erwerben. Dass darunter auch viel gute Moderne zu finden ist, muss für Zürich-Kenner nicht extra erwähnt werden. Entsprechend legt Herausgeber Werner Hubert den Schwerpunkt auf die Architektur nach 1850 – und schlägt den Bogen von den Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts über die Nachkriegsmoderne bis hin zur zeitgenössischen Baukunst.

Dabei will der Architekturführer mehr leisten als ein besser bebilderter Dehio. Neben prägenden Bauten werden eben auch öffentliche Räume thematisiert: Parks, Brücken und Plätze. In Fotostrecken soll der Blick über die bekanntere Altstadt hinaus erweitert werden zu den nicht minder sehenswerten Außenbezirken. Sieben Autoren liefern Hintergrundinformationen, einzelne Essays beleuchten weitere Aspekte und Epochen, zwei Stadträte geben Auskunft über künftige Planungen für Zürich. (kb, 19.6.20)

Huber, Werner (Hg.), Architekturführer Zürich. Gebäude – Freiraum. 1200 Objekte in Text, Bild und Plan, Hochpaterre, Zürich 2020, 780 Seiten, 15 x 24 cm, ISBN 978-3-909928-43-9.