architekturgalerie am weißenhof

Fregene, Casa Sperimentale 2018 (Bild: French+Tye/Sabine Storp, Patrick Weber)

Quo vadis, Casa Sperimentale?

Im italienischen Küstenort Fregene, 30 Kilometer von Rom entfernt, verfällt ein brutalistisches Traumhaus: das Casa Sperimentale. Von 1968 bis 1978 arbeiteten die Architekten Giuseppe Perugini (1914-95) und Uga de Plaissant (1917-2004) mit ihrem Sohn Raynaldo Perugini (*1950) an diesem Raumexperiment inmitten eines Pinienwaldes. Wirklich gewohnt wurde hier nie – es wäre schwierig gewesen ohne Küche, in kugelrunden Bädern, mit scheinbar wild zusammengewürfelten Raumquadern inmitten eines Betonstrebengerüsts. Alles hier war Pionierarbeit, sogar der beauftragte Bauunternehmer hatte mit Beton wenig Erfahrung. Die Familie nannte den Bau „das Baumhaus“ – Casa Albero. Ein Raum zum Planen, zum Repräsentieren, für Treffen mit Freunden. Seit 2004 wird das Haus nicht mehr genutzt, mit der Zeit kam der Vandalismus. Derzeit ist das von Graffiti übersäte Casa Sperimentale wohl die meistfotografierte Moderne-Ruine Italiens.

Sabine Storp und Patrick Weber, beide lehren an der Bartlett School of Architecture, haben dem bedrohten Kunstwerk nun eine Ausstellung gewidmet. In der Stuttgarter Architekturgalerie am Weißenhof kann man bis zum 3. März die Schau „Casa Sperimentale – das Baumhaus im Pinienwald“ besuchen. Dies in der Hoffnung, dass der akut bedrohte Bau doch eine Zukunft hat: Die Kuratoren wollen ihn mittels einer Stiftung erwerben und restaurieren. Und auf diesem Weg hilft nichts so gut wie Öffentlichkeit! (db, 23.1.18)

Fregene, Casa Sperimentale, 2018 (Bild: French+Tye)

Hagen von Ortloff (Bild: Liesel, CC BY SA 4.0, 2010)

Hagen von Ortloff kommt nach Stuttgart

Ja, die märklinMODERNE-Vernissage in Stuttgart am 11. Juli liegt kurz vor einem WM-Halbfinalspiel. Aber, Sie können beides haben: Um 19 Uhr geht es los mit der Ausstellungseröffnung in der architekturgalerie am weißenhof (der Auftakt findet statt in der Alten Aula im Altbau der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Am Weißenhof 1, Stuttgart). Es spricht Hagen von Ortloff, lange Jahre Moderator der SWR-Kultsendung „Eisenbahn-Romantik“. Zudem arbeitete er als Sportjournalist. Für alle Fans des „rollenden Materials“ bieten wir ab 20 Uhr im Hinterzimmer einen kleinen Fußball-Bildschirm. In den Vorderzimmern können Sie ungestört durch die Ausstellung stöbern. (db/kb, 9.7.18)

 

Begleitprogramm

11. Juli 2018, ab 19 Uhr: Vernissage, Auftakt in der Alten Aula im Altbau der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Am Weißenhof 1, Stuttgart).

22. Juli 2018, 14.30 bis 17.30 Uhr: „Basteln mit Bartetzko“ in der architekturgalerie am weißenhof in Stuttgart zum Sommerfest am Killesberg.

11. August 2018, 16 bis 17 Uhr: Filmpremiere von „märklinMODERNE“, von Otto Schweitzer und C. Julius Reinsberg im Deutschen Filmmuseum (Schaumainkai 41, Frankfurt).

7. September 2018: Tagesfahrt zur Wiege des Modellbaus, Gütenbach im Schwarzwald, Voranmeldung (bis 10. August): k.berkemann@moderne-regional.de, Unkostenbeitrag 60 € (ab Frankfurt)/50 € (ab Stuttgart).

22. September 2018, 20 bis 21 Uhr: Lesung „Der Superbastler“ – Lebenshilfe aus Modellbau-Magazinen der Wirtschaftswunderzeit in „Buch & Spiel“ in St. Stefan (Rotenwaldstraße 98, Stuttgart), einer profanierten brutalischen Kirche von 1976.

Hagen von Ortloff (Bild: Liesel, CC BY SA 4.0)