In Arnstadt ist die Moderne weiß

In Arnstadt gehört die Moderne zum Alltag: Der Milchhof wurde hier 1928 fertiggestellt – in der Formensprache des Neuen Bauens. In diesem Jahr ist das liebevoll wiedererweckte Kulturdenkmal u. a. Teil der „Grand Tour der Moderne“, Partner des Bauhaus100-Programms des Bauhaus-Verbundes der Länder und der Stiftungen. Mitten in der Wiederherstellung des Gebäudes präsentiert sich der Milchhof im Sommer diesen Jahres mit einer eigenen Ausstellung zum Thema. Im Mittelpunkt des vom Architekten Martin Schwarz [sic!] entworfenen Gebäudes steht aktuell die Farbe Weiß. Sie versinnbildlicht für die Ausstellungsmacher den Aufbruch, Neuanfang, aber auch das rücksichtslose tabula-rasa-Denken, wie es dem Selbstverständnis der Moderne entsprach.

Thematisiert wird die Geschichte des Bauwerks im Dialog mit Malerei, Skulpturen, Fotografie, Installationen und Videos zeitgenössischer Künstler. Mit von der Partie sind Hartmut Bechmann, Angela Brandt, Philippe Derlin, Angela Dwyer, Paolo Giudici, Fotograf, Jan Kobel, Markus Krug, Sarah Kunze, Martin Maleschka, Eberhard Schrammen und Pomona Zipser. Die Ausstellung „weiß. nullpunkt der moderne.“ ist noch bis zum 31. August 2019 vor Ort zu sehen, zudem wird ein umfangreiches Begleitprogramm geboten. (kb, 25.6.19)

Rückseite des Modells von Haus Josephine Baker von Adolf Loos, 1928 (Foto: Armin Linke im Rahmen des Re-enactment-Projekts von Ines Weizman für Ordos 100, 2008)

Industriekultur in Thüringen

Im Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage“ widmet sich das Thüringer Themenjahr „Industrialisierung und soziale Bewegungen“ 2018 – pünktlich zum 200. Geburtstag von Karl Marx – dem Industriellen Erbe. Zwölf Referenten aus sechs Bundesländern kommen im Vorfeld nach Erfurt und Arnstadt. Das Symposion „Industriekultur in Thüringen“ findet vom 12. bis 13. Juni 2017 im Milchhof Arnstadt (Quenselstraße 16, 99310 Arnstadt) statt. Auf dem Programm stehen geführte Tagestouren ebenso wie Vorträge und Workshops. Die Elemente der Veranstaltung sind teils öffentlich, teils nur gegen Voranmeldung zu besuchen.

Da Symposion will auch für Thüringen eine „Straße der Industriekultur“ in Angriff nehmen und diese in das europäische Netzwerk der „European Route of Industrial Heritage“ einfügen. Zugleich geht es darum, das Bewusstsein um die Bedeutung des baulichen und technischen industriellen Erbes in Thüringen zu schärfen. Geplant sind fünf Themenschwerpunkte: Erfahrungen in anderen europäischen Regionen, die Lebensqualität in den Städte, das urbane Nebeneinander von Wohnen, Gewerbe, Handel und Erholung, die Einbeziehung der Unternehmen vor Ort sowie die Umlenkung der öffentlichen Mittel weg vom Abriss hin zur Erhalts- bzw. Notsicherung. (kb, 27.5.17)

Gotha, Pero-Werk (Foto: Jan Kobel)

Es ist getagt: Bauhaus 2019

Es ist getagt: Bauhaus 2019

Milchhof Arnstdt, Tagung "Bauhaus 2019" (Bild: Jan Knobel)
Ein würdiger Tagungsort: der Arnstädter Milchhof, der aktuell als Veranstaltungszentrum mit Galerie restauriert wird, beherbergte in dieser Woche die Konferenz „Bauhaus 2019“ (Bild: Jan Kobel)

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie hatte nach Arnstadt eingeladen, um unter dem verheißungsvollen Titel „bauhaus 2019“ auszuloten, was die Denkmalpflege mit den Bauten der Moderne tut (und umgekehrt). Präsentiert und diskutiert wurde am Beispiel des Wartburg-Pavillions in Eisenach (Günter Wehrmann, 1967), des Garagenbaus in Probstzella (Alfred Arndt, 1927) und des Milchhofs Arnstadt (Martin Schwarz, 1928), der zugleich Gastgeber wie Gegenstand der Veranstaltung war.

Mit von der Partie waren die Berliner Architekten Winfried Brenne und Walther Grunwald, Jürgen Padberg von der Heinrich-Tessenow-Gesellschaft, Dr. Lars Scharnholz vom Institut für Neue Industriekultur, Sigrid Hupach vom Kulturausschuss des Bundestags, die thüringische Landtagsabgeordnete Sabine Berninger sowie Mitarbeiter vom Landesamtes und von Unteren Denkmalbehörden, von der Klassik-Stiftung Weimar sowie Vertreter der Staatskanzlei und Bauhaus-2019-Koordination in Erfurt. Als Hauptredner war Daniel Fuhrhop geladen, der mit seinem Buch „Verbietet das Bauen!“ von sich reden macht. Am Abend führte der Hausherr Jan Kobel führte durch seine Ausstellung „reduces, reused, useless“. (kb, 3.7.16)