Asbest

Hamburg, NDR-Hochhaus (Bild: Ralf Bröhan)

Hamburg: NDR-Hochhaus zur Disposition

An etlichen Stellen des Hochhauses sei ohne bautechnische Notwendigkeit in den 70er-Jahren Asbest verwendet worden, teilte der NDR mit. Außerdem zeigten weitere Raumluft-Messungen eine teilweise Belastung im ersten Obergeschoss, allerdings in geringerem Ausmaß als bei den Erstfunden, so der Sender. „Nunmehr ist klar: Für eine vollständige Sanierung werden wir deutlich länger brauchen als zunächst angenommen“, bilanzierte der Intendant. Es riecht verdächtig nach Abriss … (db, 11.12.18)

Hamburg, NDR-Hochhaus (Bild: Ralf Bröhan)

Berlin-Wedding, Diesterweg-Gymnasium (Bild: Christian Kloss, urbanophil)

Diesterweg-Gymnasium: Jetzt noch ungewisser?

Im Sommer diesen Jahres wurde nach einem Wasserrohrbruch der Keller des Diesterweg-Gymnasiums (1977, Pysall, Jensen & Stahrenberg) in Berlin-Wedding überflutet. Abgepumpt ist das Wasser noch immer nicht, aber jetzt ist zumindest klar: Es ist weniger schadstoffbelastet ist als befürchtet. Trotz dieser guten Nachricht spricht sich der Schulstadtrat, wie die „Berliner Woche“ vor wenigen Tagen berichtete, weiter für den Abriss des orangenfarbenen Ensembles aus. Er will stattdessen – schon fast paradox – einen Schulneubau.

Der prägnante Gebäudekomplex, der als erste Oberstufenzentrum Berlins die reformpädagogischen Ziele der 1960er und 1970er Jahre bezeugt, steht seit 2011 leer. Die meisten anderen Schulen der Stadt aus dieser Zeit wurden bereits wegen Asbestbelastung abgerissen. Im Wedding verbaute man jedoch nur in den Kellerräumen Asbest in geringem Umfang. Grund dafür ist, wie der Architekt der Schule Hans-Joachim Pysall erklärte: Damals wurde eine Sprinkleranlage installiert, um verschiebbarer Wände  einbauen zu können – Asbestverkleidungen in den Obergeschossen waren deshalb nicht notwendig. Eigentlich eine gute Ausgangslage für die Weiternutzung und den Umbau zum Quartierszentrum mit preiswerten Wohnungen, wie es die Initiative „psWedding“ vorschlägt. Bislang scheiterte das gemeinwohlorientierte Konzept an bürokratischen Hürden – die Zukunft des Diesterweg-Gymnasiums ist also heute tatsächlich noch ein Stück „ungewisser“. (ck, 9.12.18)

Berlin-Wedding, Diesterweg-Gymnasium (Bild: Christian Kloss, urbanophil)

Berlin: Steglitzer Kreisel wird verkauft

Berlin, Steglitzer Kreisel (Bild: Muns, GFDL oder CC BY 3.0)
Schon während der Bauarbeiten skandalumwittert, später mit Asbestproblemen behaftet: der Steglitzer Kreisel in Berlin (Bild: Muns, GFDL oder CC BY 3.0)

Um mit den Trivia zu beginnen: Das im Folgenden beschriebene Hochhausensemble war Drehort für den Film „Didi – Der Doppelgänger“ mit Dieter Hallervorden. Begonnen wurde der 34-geschossige „Steglitzer Kreisel“ 1968 nach Entwürfen der Architektin und Bauunternehmerin Sigrid Kressmann-Zschach (1929-90). Die Kosten trugen teils der Berliner Senat, teils die Wohnungsbaugesellschaft AVALON. Durch die Insolvenz der Letzteren kam es 1974 zum Baustopp, die Stadt aber hatte gebürgt und nach einigen juristischen Verwicklungen konnte der Bau schließlich 1980 fertiggestellt werden. Zunächst zog das Bezirksamt Berlin-Steglitz-Zehlendorf ein. Doch als man in den 1990er Jahren Asbest feststellte, folgten Gutachten und 2007 schließlich Räumung und Leerstand.

Nun soll – nach einem internationalen Bieterverfahren – das Ensemble an die CG-Gruppe verkauft werden, die zuvor schon den Sockel des Hochhauskomplexes erworben hatte. Nachdem das ehemalige Bürohochhaus für 18,5 Millionen einer Asbestsanierung unterzogen wurde, soll der Verkauf 20 Millionen einbringen – also ein Erlös von 1,5 Millionen für die Stadt. Hier wollen die Immobilienentwickler 184 großzügig geschnittene Wohnungen entstehen lassen, deren Fenster dafür auf Bodenhöhe vergrößert werden sollen. Mit der Komplettsanierung soll Anfang 2017 begonnen werden. (kb, 24.8.16)