Die Architekten und die 60er

Die Tagung „The Sixties and the Education of the Architect“, die eine Ausstellung zur Architektur des Jahres 1968 (14. Mai bis 17. Oktober 2018, Cité de l’architecture et du patrimoine) begleitet, soll vom 15. bis 16. Mai 2018 in Paris (Cité de l’architecture, Paris und Ensa Paris-Malaquais) stattfinden. Die Konferenz will ausloten, wie Architektur in den 1960er und 1970ern, einer Zeit der radikalen institutionellen, sozialen, politischen und didaktischen Umbrüche in Westeuropa, gelehrt wurde. Bis zum 12. Januar 2018 werden noch Themenvorschläge gesucht.

Mögliche Schwerpunkte sind: 1) biographische Details und Reisen von Schlüsselfiguren in der architektonischen Ausbildung, 2) politische und ökonomische Faktoren, welche die pädagogischen Veränderungen beeinflussten, 3) das Gleichgewicht zwischen der Ausbildung im Büro, den Bildenden Künsten, den Geistes- und Sozialwissenschaften, 4) die Erfahrungen  von Studierenden und Lehrenden mit Urbanismus, Industriedesign und Kommunikation, 5) die Rolle einzelner Gruppen (z. B. aus Übersee), 6) neue Medien in der Ausbildung (z. B. Tonband, Video). Vorschläge (ein Abstract von 250 Worten, einige Schlüsselworte zum Gegenstand, ein persönliches Resümee von 100 Worten) sind willkommen unter: annedebarre@wanadoo.fr, caroline.maniaque@rouen.archi.fr. (kb, 12.12.17)

Transparente am Architektur-Gebäude der TU Berlin im Protest gegen die Verabschiedung der Notstandsgesetze, 28. Mai 1968 (Bild: Holger Ellgaard, CC BY SA 3.0)

29 Lebensläufe zwischen DDR und BRD

29 Lebensläufe zwischen DDR und BRD

Architektenausbildung in Weimar (Bild: VDG Weimar)
Wie erlebten Architekten das Jahr 1989? Dieser Frage geht Frederike Lausch erstmalig mit ihrer neuen Publikation im VDG Verlag nach (Bild: VDG Weimar)

Mit dem Jahr 1989 wechselte für die Berufsgruppe der Architekten nicht nur das Gesellschaftssystems, sondern auch die Form der Architekturproduktion: Vorher war das Bau- und Projektierungswesen institutionell wie ökonomisch in die Planung und Leitung der DDR eingebunden. Nachher wurden Architekten zu Freischaffenden innerhalb der „sozialen Marktwirtschaft“ BRD. Wie erlebten Architekten diesen Übergang? Dieser Frage geht eine neue Publikation im VDG Verlag Weimar nach. Autorin ist die Architektin Frederike Lausch, selbst Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar, heute wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kunstgeschichtlichen Instituts der Universität Frankfurt/Main.

Erstmalig überhaupt untersucht Lausch das subjektive Erleben der friedlichen Revolution und der deutschen Einheit aus Sicht ehemaliger DDR-Architekten. Die Grundlage bilden Interviews mit 29 Architekturabsolventen der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar, der Vorgängerinstitution der heutigen Bauhaus-Universität Weimar ist. Die Befragten berichten von ihrer Ausbildungszeit, der Baupraxis in der DDR, ihrem Erleben der „Wende“ und der Berufsausübung im vereinten Deutschland. Gerahmt werden diese individuellen Lebensläufe von Exkursen zur Architektenausbildung in Weimar. Hierfür wurden zum größten Teil zuvor noch uneingesehene Hochschulakten des Universitätsarchivs ausgewertet. (kb, 26.2.15)

Lausch, Fredrike, Architektenausbildung in Weimar. 29 Lebensläufe zwischen BRD und DDR, VDG Verlag, Weimar 2015, 238 Seiten, 25 Abbildungen, ISBN 978-3-95773-187-6.