Die 1960er in Frankfurt

Das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt zeigt in seiner aktuellen Ausstellung „Bewegte Zeiten“ die Main-Metropole in den 1960er Jahren. Am Montag, den 17. Februar, startet die begleitende Veranstaltungsreihe mit einem Vortrag von Kurator Markus Häfner über „Frankfurts Stadtbild im Wandel: Bauen für Kultur, Arbeiten und Wohnen“. Heiß diskutierte Fragen waren einst unter anderem: Was entsteht zwischen Dom und Römer? Soll die Alte Oper wieder aufgebaut werden? Was hilft gegen die Wohnungsnot? Wie kann das Verkehrschaos behoben werden? Wie kann Architektur die Bildungs- und Kulturvermittlung unterstützten? Was ist modern, was zweckmäßig, was abrissbedürftig?

Dass sich der Fragenkatalog der 1960er kaum von dem 2020 unterscheidet, ist dabei schon jetzt einer der interessanten Aspekte … Mit der Nordweststadt entstand ein neuer Stadtteil auf der grünen Wiese, 1968 dazu Frankfurts erste U-Bahn. Die Farbwerke Hoechst schenkten ihrer Belegschaft zum Firmenjubiläum 1963 die Jahrhunderthalle. Im gleichen Jahr, in dem auch die nun vom Abriss bedrohten Städtischen Bühnen die Pforten öffneten. Und auch der (jüngst ersetzte) Henninger Turm ist ein Kind der 1960er. Markus Häfner will den Zusammenhang zwischen architektonischer Gestaltung und den gesellschaftlichen Vorstellungen jener Ära veranschaulichen. Beginn ist am 17.2. um 18 Uhr im Dormitorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9. Seien Sie pünktlich: Es besteht nur ein begrenztes Platzangebot, Reservierungen sind nicht möglich. (db, 16.2.20)

Frankfurt, Hauptwache und Zeil um 1965 (Bild: Wikiwand)

Das Team vom Bau

Die Stiftung Insel Hombroich führt eine umfassende Sanierung des zentralen Ausstellungspavillons Labyrinth auf dem Museumsgelände nach ökologischen und konservatorischen Kriterien durch. Während der Planungsphase ist das leere Gebäude im Rahmen von Führungen zugänglich, bei denen die Besucher Hintergründe zur Sanierung im Hinblick auf die Gestaltungsprinzipien von Erwin Heerich erfahren. Der Düsseldorfer Bildhauer und Zeichner entwarf das Labyrinth 1985-88 als eine von elf begehbaren Skulpturen der Insel Hombroich. Seinen Namen erhielt das Gebäude auf Grund der Konstruktion von vier gleichen, verwinkelten Zugängen in einen Zentralraum.

Teile der bisher im Labyrinth ausgestellten Sammlung sind seit April 2019 im Atelierhaus zu sehen, dem ebenfalls von Erwin Heerich entworfenen ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers Gotthard Graubner auf dem Museumsgelände. Unterstützt wird die Sanierung un ter anderem durch das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt Neuss, den Rhein-Kreises Neuss und der privaten Zuwendungen der Unternehmerin Susanne Klatten sowie der Werhahn KG. Die erste Führung durchs Labyrinth findet am 9. Februar statt, danach bis in den Mai jeweils am 2. Sonntag im Monat um 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig, allerdings ist die Gruppengröße auf 25 Personen begrenzt. Unter Voranmeldung sind auch Sondertermine für Gruppen möglich. (db, 31.1.20)

Museum Insel Hombroich, Labyrinth (Bild: Remi Mathis, CC BY-SA 3.0)

SOS Brutalismus in Aalen

Die Ausstellung „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster“, ein gemeinschaftliches Projekt des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt und der Wüstenrot Stiftung, zieht weiter: Vom 1. Februar bis zum 29. März 2020 wird sie in der Galerie im Rathaus Aalen zu sehen sein. Bereits am Freitag, den 31. Januar findet um 18:00 Uhr die Vernissage statt, bei der auch DAM-Kurator Oliver Elser sprechen wird. Der aktuelle Ort der 2017 erstmals gezeigten Schau ist natürlich nicht ohne Grund gewählt.

Hintergrund ist der aktuelle Diskurs um die Zukunft des Aalener Rathauses, denn dort stehen demnächst größere Sanierungsmaßnahmen an. Nach einer Vortragsreihe im vergangenen Jahr soll die Ausstellung noch einmal die Qualitäten des Brutalismus und somit auch die architektonische Qualität des Rathauses ins Bewusstsein rufen. Der 1975 nach Plänen des Reutlinger Architekten und späteren Ulmer Baubürgermeisters Helmut Schaber realisierte Bau lehnt sich stilistisch an Kenzo Tanges Verwaltungsgebäude der Präfektur Kagawa im japanischen Takamatsu an. (mk, 22.01.20)

Aalen, Rathaus und Reichsstädter Brunnen (Bild: Stephan Becker, CC BY-SA 4.0)