Iconic Australian Houses

Aus dem europäischen Blickwinkel war es das “Ende der Welt”, doch entstand hier nach dem Zweiten Weltkrieg außergewöhnliche moderne Architektur. In Australien ließen sich junge Architekten für ihre Bungalows durch internationale Größen von Gropius bis Wright inspirieren. Noch bis zum 17. August 2014 zeigt das Sidney Living Museum die Ausstellung “Iconic Australian Houses”. Kuratiert von Karen McCartney und präsentiert mit der Architecture Foundation Australia, bietet die Schau einen Blick hinter die Kulissen der nationalen Architekturmoderne.

Hierzu werden 30 der bedeutendsten australischen Häuser der letzten 60 Jahre vorgestellt – vom Entwurf über die Umsetzung bis zu den Erfahrungen ihrer Bewohner. Deutlich wird ein speziell australischer Zugang: Lebendige Fotografien, reiche Illustrationen, 3D-Modelle und Film-Interviews machen greifbar, wie gutes Design das tägliche Leben und Wohnen bereichern kann. Begleitend ist das das opulent ausgestattete Buch Iconic Australian Houses. 50/60/70. Three Decades of Domestic Architecture” erschienen. (kb, 4.7.14)

Iconic Houses (Bild: Sidney Living Museum)

Hollein im Wiener MAK

„Architekten müssen aufhören, nur in Bauwerken zu denken“ – mit diesem Slogan machte der kürzlich verstorbene Hans Hollein (1934-2014) von sich reden. Und er hielt sich selbst daran: Der Pionier der Postmoderne beeindruckte nicht nur mit seinen Bauten, sondern fand auch als Designer, Kurator und Vordenker eines neuen architektonischen Ausdrucks international Beachtung.

Das Museum für angewandte Kunst in Wien widmet dem bisher einzigen österreichischen Pritzker-Preisträger nun eine umfassende Ausstellung. Sie wirft einen Blick auf Holleins Lebenswerk und trägt dabei seinem künstlerischen Selbstverständnis Rechnung. Die Schau trägt den schlichten Titel “Hollein” und stellt seine Bauwerke bisher noch nie gezeigtem Material aus dem Archiv gegenüber. In dem Konglomerat aus Zeichnungen, Notizen und Modellen wird Holleins lebenslange Auseinandersetzung mit Gestaltung dies- und jenseits der Architektur deutlich. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Oktober 2014 zu sehen und wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum Abteiberg Mönchengladbach konzipiert, das momentan die Ausstellung: Hans Hollein: Alles ist Architektur zeigt. (jr, 30.6.14)

Vielschichtig: das Werk von Hans Hollein (Bild: Peter Kainz/MAK)

Das Lehmbruck-Museum wird 50

Der Sohn hat es eigens für die Plastiken seines Vaters entworfen. Im Jahr 1964 wurde in Duisburg das Museum eingeweiht, das der Architekt Manfred Lehmbruck (1913-92) für das Werk des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) gestaltet hatte. Ganz im Sinn des Internationalen Stils verband der hochmoderne Komplex die helle Große Glashalle und den in die Erde eingegrabenen Lehmbruck-Trakt mit gewölbten Betonwänden. Im Jahr 1987 erweiterte man das Lehmbruck-Museum schließlich um einen Anbau.

Zum 50-jährigen Jubiläum des Museums wurde nun die ursprüngliche Aufstellung der Lehmbruck-Plastiken wiederhergestellt und um neue Impulse bereichert. Unter dem Titel “Sculpture 21st” ergänzen zeitgenössische Künstler wie Tino Sehgal, Monika Sosnowska oder Erwin Wurm die Präsentation. Im unteren Bereich des Lehmbruck-Trakts wird zudem eine Dokumentation der Museumsgeschichte gezeigt. Und nicht zuletzt inszenierte das raumlabor berlin weitere Artefakte des 20. Jahrhunderts – von Hans Arp bis zu Pablo Picasso – unter dem Titel “Geister der Moderne”. (kb, 22.6.14)

1964 wurde das Duisburger Lehmbruck-Museum – hier der Lehmbruck-Trakt – eingeweiht (Bild: Lehmbruck-Museum)