Hans Hollein. Alles ist Architektur

Die Ausstellung lief kaum 12 Tage, als der Architekt Hans Hollein am 24. April 2014 verstarb. Noch bis zum 28. September 2014 zeigt das Museum Abteiberg in Mönchengladbach die Schau “Hans Hollein. Alles ist Architektur”. Sie greift damit das berühmt gewordene Motto Holleins auf, der die Grenzen zwischen Design und Architektur, Kunst und Alltag auflösen wollte. Prominent wurde er durch seine überbordende Formensprache als Vorreiter der Postmoderne.

Den 80. Geburtstags von Hollein nahmen die Kuratoren – Wilfried Kuehn und Susanne Titz – zum Anlass, einen neuen Blick auf sein Werk werfen: seine Nähe zu Pop Art und Joseph Beuys, seine Projekte als Museumsarchitekt und Kurator. Im Anschluss an die Ausstellung findet am 28. September das Internationale Symposion “Alles ist Architektur – Startpunkte einer neuen Forschung über Hans Hollein” mit Eva Branscome, Samuel Korn und weiteren Gästen statt. (kb, 9.6.14)

Hans Hollein erdachte 1969 das – heute futuristisch wirkende – mobile Büro (Bild: Archiv Hans Hollein)

Architecture en uniforme

Auch während der “dunklen Jahre”, mitten im Zweiten Weltkrieg wurde gebaut. Dieser noch allzu wenig beachteten Architekturepoche widmet das Pariser Palais de Chaillot bis zum 8. September 2014 die Ausstellung “Architecture en uniforme. Projeter et construire pour la Deuxième Guerre mondiale”. Untersucht wird, wie sich die verheerenden Kriegszerstörungen in Guernica 1937 oder in Hiroshima und Nagasaki 1945 auf das Bauwesen auswirkten. Die Kuratoren der Pariser Ausstellung vergleichen hierfür Projekte aus Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Japan, Italien, Spanien, den USA und der UdSSR.

Mit Zeichnungen, Modellen, Fotografien und Quellen wird – anhand von Architektenpersönlichkeiten wie Albert Speer oder Ernst Neufert – ausgelotet, wo professionelles Engagement aufhörte und Mittäterschaft begann. Die Projekte reichten von Fabrik- bis zu Bunkerbauten. Es entstand der architektonische Rahmen für Vernichtungslager wie Ausschwitz. Aber es wurden auch zukunftsweisende Erfahrungen für einen sparsamen Umgang mit Baustoffen gesammelt. In jedem Fall bildeten das Erleben von Zerstörung und Wiederaufbau zuletzt den Nährboden für eine neue, kompromisslos moderne Architektur. (kgb, 7.6.14)

“Tarnspezalisten” im US-amerikanischen Fort Belvoir (Bild: Palais de Chaillot Paris)

Der letzte Frieden – Sarajevo 1984

Es sollte für Sarajevo eines der letzten ungestörten Großereignisse werden, bevor das Staatsgebilde Jugoslawien in kriegerischen Auseinandersetzungen zerbrach. Den architektonischen Spuren der XIV. Olympischen Winterspiele von 1984 folgt in Osnabrück die Galerie “martini|50” vom 29. Juni bis zum 18. Juli 2014 mit der Ausstellung “Der letzte Frieden – Vom Anbeginn | Architekturimprovisationen in Sarajevo”. Veranstalter der Präsentation ist das Ruller Haus e. V., Hochschule Osnabrück, Städtebau und Freiraumplanung.

Nach den weitreichenden Kriegszerstörungen wurde Sarajevo – als Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina – symbolträchtig wiederaufgebaut. Auch die mit internationaler Unterstützung restaurierten Baudenkmale sollten den Aufbruch in bessere demokratischere Zeiten sichtbar werden lassen. Die Studienbeiträge der Osnabrücker Ausstellung finden in der wiederhergestellten Altstadt das Motiv des orientalischen Basars und zeichnen seinen Weg von der osmanischen Kultur bis zum zeitgenössischen Kiosk nach. Eröffnet wird die Ausstellung am 28. Juni um 19 Uhr. (kb, 6.6.14)

Nach den Olympischen Winterspielen von 1984 wurde deren Symbol in Sarajevo durch Schüsse beschädigt (Bild: H. Klawuttke)