Das Team vom Bau

Die Stiftung Insel Hombroich führt eine umfassende Sanierung des zentralen Ausstellungspavillons Labyrinth auf dem Museumsgelände nach ökologischen und konservatorischen Kriterien durch. Während der Planungsphase ist das leere Gebäude im Rahmen von Führungen zugänglich, bei denen die Besucher Hintergründe zur Sanierung im Hinblick auf die Gestaltungsprinzipien von Erwin Heerich erfahren. Der Düsseldorfer Bildhauer und Zeichner entwarf das Labyrinth 1985-88 als eine von elf begehbaren Skulpturen der Insel Hombroich. Seinen Namen erhielt das Gebäude auf Grund der Konstruktion von vier gleichen, verwinkelten Zugängen in einen Zentralraum.

Teile der bisher im Labyrinth ausgestellten Sammlung sind seit April 2019 im Atelierhaus zu sehen, dem ebenfalls von Erwin Heerich entworfenen ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers Gotthard Graubner auf dem Museumsgelände. Unterstützt wird die Sanierung un ter anderem durch das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt Neuss, den Rhein-Kreises Neuss und der privaten Zuwendungen der Unternehmerin Susanne Klatten sowie der Werhahn KG. Die erste Führung durchs Labyrinth findet am 9. Februar statt, danach bis in den Mai jeweils am 2. Sonntag im Monat um 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig, allerdings ist die Gruppengröße auf 25 Personen begrenzt. Unter Voranmeldung sind auch Sondertermine für Gruppen möglich. (db, 31.1.20)

Museum Insel Hombroich, Labyrinth (Bild: Remi Mathis, CC BY-SA 3.0)

SOS Brutalismus in Aalen

Die Ausstellung „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster“, ein gemeinschaftliches Projekt des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt und der Wüstenrot Stiftung, zieht weiter: Vom 1. Februar bis zum 29. März 2020 wird sie in der Galerie im Rathaus Aalen zu sehen sein. Bereits am Freitag, den 31. Januar findet um 18:00 Uhr die Vernissage statt, bei der auch DAM-Kurator Oliver Elser sprechen wird. Der aktuelle Ort der 2017 erstmals gezeigten Schau ist natürlich nicht ohne Grund gewählt.

Hintergrund ist der aktuelle Diskurs um die Zukunft des Aalener Rathauses, denn dort stehen demnächst größere Sanierungsmaßnahmen an. Nach einer Vortragsreihe im vergangenen Jahr soll die Ausstellung noch einmal die Qualitäten des Brutalismus und somit auch die architektonische Qualität des Rathauses ins Bewusstsein rufen. Der 1975 nach Plänen des Reutlinger Architekten und späteren Ulmer Baubürgermeisters Helmut Schaber realisierte Bau lehnt sich stilistisch an Kenzo Tanges Verwaltungsgebäude der Präfektur Kagawa im japanischen Takamatsu an. (mk, 22.01.20)

Aalen, Rathaus und Reichsstädter Brunnen (Bild: Stephan Becker, CC BY-SA 4.0)

Nach Graz zum Superstudio

Wenn Sie etwas Zeit entbehren können und den (möglicherweise) goldenen Oktober nutzen wollen, hätten wir einen Vorschlag für Sie: Fahren Sie doch mal ins schöne Graz. Dort läuft im Rahmen des Kulturfestivals steyerischer herbst ’19 und der Future Architecture Platform im HDA noch bis zum 8. November 2019 die Ausstellung „Sorry, the file you have requested does not exist. Liebe Grüße aus Graz von Superstudio“. Die Architektuen- und Künstlergruppe Superstudio existiert zwar seit Ende der 1970er nicht mehr und hat auch nie gebaut, doch sie schuf Bilder und Ideenskizzen, deren Einfluss bis in die Architektur der Gegenwart anhält.

Die Grazer Schau stellt das Werk des 1966 in Florenz gegründeten Superstudio den Positionen von zeitgenössischer Kunst und Architektur gegenüber. Heute würde man die Gruppe wohl „Think-Tank“ nennen – ähnlich wie ihre Zeitgenossen von Archigram (1960-74) und den ebenfalls in Italien gegründeten Archizoom (1966-74). Sie alle hinterfragten provokant die Rolle der Architektur in der Gesellschaft und übten dabei mal mehr mal weniger deutlich Konsum- und Kapitalismuskritik. In Graz hinterfragen nun auch die aktuellen Künstler die Rolle der Architektur und suchen nach Zukunftspotentialen. (db, 8.10.19)

Superstudio, „Frühjahrsputz“, 1971 (Bild: MAXXI National museum of 21st century arts, Rom)