Schlagwort: Bauhaus

Kalender "Bauhaus 2019" (Foto: Sebastian Wanke)

Bauhaus aus der Luft

Weihnachten ist auch dieses Jahr wieder am 24. Dezember – daher haben wir wieder einen Geschenketipp für Sie: ein saisonaler Wandschmuck mit Luftfotografien zum Thema Bauhaus. Der Fotograf Sebastian Wanke nahm das Jubiläumsjahr 2019 zum Anlass für 13 Luftbilder. So werden die technischen und gestalterischen Entwicklungen in graphischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen auf ganz neue Weise erfahrbar. Der Kalender (20 x 30 cm, 330-Gramm-Papier) entstand in Kooperation mit Philipp Specht in einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren, die Bestellung ist direkt möglich über selekkt. Ein Plus: In den Kalender wurden schon die wichtigsten Bauhausdaten und die Geburtstage der dortigen Meister eingetragen.

Und, passend zum Jubiläumsjahr, steht auch eine Krefelder Tagung ganz im „Zeichen des Bauhauses“: Im Kaiser-Wilhelm-Museum geht es vom 3. bis 4. Mai 2019 um „Kunst und Technik 1919-2019“. Für diese Jahrestagung der Gesellschaft für Designgeschichte e. V. werden noch Themenvorschläge gesucht – unter dem Motto von Walter Gropius zur ersten Bauhaus-Ausstellung 1923 im Haus Am Horn in Weimar, „Kunst und Technik – eine neue Einheit“. Abstracts (350 bis 400 Wörter und eine Kurzbiografie) für einen thematisch passenden Vortrag sind willkommen bis zum 7. Januar 2019 unter: info@gfdg.org. (kb, 3.12.18)

Plakat "Wohnbedarf", Max Bill, 1932 (Bildquelle: gta.arch.ethz.ch)

Die Schweiz und das deutsche Bauhaus

Die Moderne verstand sich in der Schweiz der Zwischenkriegszeit als gemäßigt. Man wollte zwischen Tradition und Fortschritt vermitteln und damit einen eigenen Weg einschlagen. In dieses Bild schien die radikale Avantgarde des politisch zerrissenen Nachbarn Deutschland nicht zu passen. So kam es zwischen den Eidgenossen zu Richtungsstreitigkeiten, wie das Bauhaus zu werten und ggf. aufzugreifen sei. Doch rückblickend scheinen die Fronten doch nicht so scharf gezogen, spielten doch auch Schweizer Künstler im deutschen Bauhaus eine nicht unmaßgebliche Rolle.

Die Tagung „Schweizer Avantgarde und das Bauhaus“ will daher die „Rezeption, Wechselwirkungen und Transferprozesse“ dies- und jenseits der Grenze untersuchen. Die Konferenz findet vom 22. bis 24. November 2018 in Zürich (Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstraße 60, 8031 Zürich) statt. In den Blick kommen dabei „repräsentativen Disziplinen gestalterischen Schaffens“: Architektur, Malerei und Bildhauerei, Kunstgewerbe, Produktdesign, darstellende Kunst, Grafik und Typografie. Die Tagung steht allen Interessierten offen. Die Ergebnisse der Tagung werden 2019 in Buchform erscheinen. (kb, 18.11.18)

Plakat „Wohnbedarf“, Max Bill, 1932 (Bildquelle: gta.arch.ethz.ch)

Kalenderblatt 2019 (Bild: Siebdruckkollektiv Studio 114, Potsdam)

Noch ein Kalender? Ja!

Natürlich können Sie das jeweils aktuelle Datum auch vom Handy ablesen, aber Stil ist etwas anderes. So spricht vieles für einen analogen Wandkalender (und noch einen und noch einen), zumindest für solche wie vom Siebdruckkollektiv Studio 114 aus Potsdam. Nach der Ostmoderne steht 2019 nun ganz im Zeichen des Bauhaus-Jahres. Unter dem Motto „Zwischenmoderne“ werden vierzehn Potsdamer Bauten der Zeit zwischen 1919 und 1933 kunstvoll aufs Kalenderblatt gebracht.

Unter den Monatsbildern finden sich bekannte Bauten wie der Einsteinturm von Erich Mendelsohn (1922) ebenso wie Alltagsschönheiten. Da wäre z. B. die Wohnanlage in der Großbeerenstraße 128-152 (W. Kuhnert/K. Pfeiffer, 1927), nennen. Für die Motive wurden Fotos bearbeitet oder Ansichten mittels Computer- oder Handzeichnung neu in Szene gesetzt. Die einzelnen Motive wurden dann in 3-farbigen Abzügen im Siebdruckverfahren von Hand gedruckt. Damit soll mehr entstehen als schöner Wandschmuck. Im besten Fall wird dem Betrachter über das Jahr deutlich, wie gewachsen und bunt die Architekturlandschaft von Potsdam eigentlich ist – und dass jede Baugattung und Stilform davon der Erhaltung würdig ist. Der Kalender und limitierte Einzeldrucke sind unter hello@studio114.de erhältlich. (kb, 14.11.18)

Titelmotiv: Kalenderblatt 2019, Siebdruckkollektiv Studio 114, Potsdam

Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum, Auditorium (Bild: privat)

Die Vorleser

Das Bauhaus-Jubiläum grüßt schon vielerorts – in Frankfurt thematisieren die „CSSA Bauhaus Lectures“ jeweils um 19 Uhr im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt (DAM, Auditorium) das „Bauhaus aus Frankfurter Sicht“: 15. November 2018, Werner Durth (Darmstadt)/Thomas Flierl (Berlin), „Bauhaus-Rezeption in der Bundesrepublik und in der DDR“; 29. November 2018, Reto Geiser (Houston)/Daniel Talesnik (München), „Bauhäusler in the Soviet Union and the USA“; 13. Dezember 2018, Rixt Hoekstra (Eindhoven)/Carsten Ruhl (Frankfurt), „Manfredo Tafuris und Giulio Carlo Argans Position zur Moderne“; 31. Januar 2019, Kathleen James-Ckakraborty (Dublin), „Bauhaus 50th Anniversary in 1969“; 14. Februar 2019, Daniela Fabricius (New York), „Postmodernism and the Bauhaus Critique in West Germany“.

In Kassel dreht sich die Vortragsreihe „Fusion Beton“ mittwochs um 19 Uhr im ASL (Neubau, Universitätsplatz 9) um den Kunststein in der Moderne und in seinen künftigen Chancen: 14. November 2018, Maren Harnack (Frankfurt), „From Tower of Terror to Power Tower“; 21. November 2018, Jean Phillippe Vasall (Paris), „Never Demolish“; 28. November, Roger Bundschuh/Henning Ecker (Berlin), „Vom Problem des monolithischen“; 5. Dezember 2018, Heike Klussmann (Berlin), „Agile Concrete“; 12. Dezember 2018, Oliver Elser (Frankfurt), „SOS Brutalismus“; 19. Dezember 2018, Friedrich Ludewig (London), „Difference and Repetition“; 16. Januar 2019, Martin Rein-Cano (Berlin), „Nennen wir es konkret“; 23. Januar 2018, Florian Fischer/Reem Almannai (München)/Erik Wegerhoff (Zürich), „Nostalgie“; 30. Januar 2019, Marc Pouzol/Veronique Faucheur (Berlin), „Von Berlin nach Göteborg“; 6. Februar 2019, Manfred Grohmann (Frankfurt), „The last waltz“. (kb, 10.11.18)

Frankfurt, DAM Auditorium (Bild: privat)

Potsdam, Haus Alexander (Bild: A. Fiedler, CC BY SA 4.0, 2016)

Tipps zum TofD: Das Bauhaus steht in Berlin

Bereiten Sie sich doch in der Hauptstadt auf das Bauhaus-Jahr vor: Zum TofD wird am 8. (!) September um 13, 14, 15, 16 und 17 Uhr durch das Haus Dittmar (Am Baltenring 25, Berlin-Marzahn-Hellersdorf Hellersdorf) geführt. 1932 ließ sich der Architekt Edmund Dittmar hierfür vom Bauhaus ebenso inspirieren wie vom Expressionismus. Treffpunkt ist am Eingangstor, die Teilnehmerzahl ist auf 8 Personen begrenzt, eine Anmeldung möglich bis zum 7. September: Ute Linz/Peter K. Bachmann, 0172 2478192, linz-bachmann@online.de. Ein weiterer Zeuge des Neuen Bauens, das St.-Antonius-Hospital (Köpenicker Allee 39-57, Berlin-Lichtenberg (Hohenschönhausen) Lichtenberg), entstand 1930 nach Plänen von Felix Angelo Pollack. Heute dient der Bau als Standort der Katholischen Hochschule für Sozialwesen. Am 8. (!) September wird um 10 Uhr eine Führung angeboten (Treffpunkt: Haupteingang, Kontakt: Martin Wrzesinski, Katholische Hochschule für Sozialwesen, 030 50101014, verwaltung@khsb-berlin.de).

Eine kurze ÖPNV-Fahrt weiter versteckt sich in Potsdam ein Geheimtipp der Zwischenkriegszeit: Das Alexander-Haus (Am Park 2, Potsdam) entstand 1927 als erstes Sommerhaus am Groß Glienicker See für den jüdischen Arzt Dr. A. Alexander. Nach dessen Flucht 1936 wohnten hier vier Familien, darunter der Komponist Will Meisel. Hier, wo später die Berliner Mauer durch den Garten führte, soll ein Zentrum für Bildung und Versöhnung entstehen. Interessierte können das Haus am 9. (!) September von 12 bis 18 Uhr besuchen, Führungen gibt es um 12.30 (Kinderführung), 13 und 15 Uhr. (kb, 31.8.18)

Potsdam, Haus Alexander (Bild: a.fiedler, CC BY SA 4.0)

Essen, Zeche Zollverein (Bild: © Hendrik Bohle, thelink.berlin)

Bauhaus: Vorglühen für den Geburtstag

Was für abergläugische Menschen gilt, muss Inkunabeln der Baugeschichte nicht einschränken: Der Bauhaus-Geburtstag wird vorgefeiert! Vom 13. bis 14. September 2018 (!) findet im UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen ein Symposion statt, das sich als Auftakt zum Bauhausjahr 2019 versteht. In Nordrhein-Westfalen will man den Anlass mit dem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm „100 Jahre Bauhaus im Westen“ von 2018  bis 2020 würdigen. Unter dem Titel „Gestaltung und Demokratie“ wird das Bauhaus-Jubiläum mit dem 100. Jahrestag der Gründung der Weimarer Republik verknüpft.

Unter dem Titel „Die Welt neu denken“ will das Symposion sowohl das Neue Bauen und Gestalten im Rheinland und in Westfalen als auch die Wurzeln und Ziele einer neuen Demokratie ins rechte Licht setzen. So wollen die Veranstalter die Ideen des Bauhauses und der Weimarer Republik – den Traum von einem neuen Menschen, einer neuen Stadt, einer neuen Zeit – gemeinsam betrachten und gegenseitig beleuchten. Die fächerübergreifend angelegte Tagung will zugleich auf die Nachwirkungen, auf die bleibende und neue Aktualität der Bauhausbewegung aufmerksam machen. Das Programm ist online einsehbar, die Anmeldung ebenfalls online möglich. Die Veranstaltung ist zugleich als Fortbildung für Lehrer und Architekten anerkannt. (kb, 28.8.18)

Essen, Zeche Zollverein (Bild: © Hendrik Bohle, thelink.berlin)

Wien, Postsparkasse (Bild. Hagen Stier)

Multiple Modernismen

Klassische Moderne, Avantgarde, Neues Bauen, Funktionalismus, Rationalismus oder Internationaler Stil – die Stile zwischen den beiden großen Kriegen tragen viele Namen. Doch bereits seit den 1980er Jahren unternehmen es Forscher mit Publikationen und Ausstellungen, den Blick auch für die „anderen“ Spielarten der Moderne zu weiten. In Innsbruck will man nun anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums einen „kritischen Blick“ werfen auf die Forschungen zur Moderne – und zugleich die Perspektive weiten für die vielen Spielarten des Bauens im 20. Jahrhundert.

Vom 31. Januar bis 2. Februar 2019 will die Universität Innsbruck (Forschungsinstitut Archiv für Baukunst) zur internationalen Tagung „Die Multiple Moderne“ einladen. Ziel der Veranstaltung ist es, dem Phänomen einer Multiplen Moderne näher zu kommen und den Stand der Forschung zu diskutieren. Parallel dazu wird im Archiv für Baukunst eine Ausstellung zur Tiroler Moderne gezeigt. Noch werden Themen gesucht, mögliche Schwerpunkte sind: das Bauhaus zwischen Selbstdarstellung und Außenwahrnehmung, die Auseinandersetzungen zwischen einer radikalen und einer gemäßigten Moderne, die Architekturgeschichtsschreibung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis zum 15. September 2018 sind Abstracts für einen 20-minütigen Vortrag (max. 2.000 Zeichen mit Leerzeichen) und ein aktueller Lebenslauf mit (Dienst-)Adresse willkommen unter: klaus.tragbar@uibk.ac.at. (kb, 17.7.18)

Moderne-Ausstellungstipp auf dem Weg nach Innsbruck: die große Otto-Wagner-Schau in Wien, noch bis zum 30. September (Bild: Wien, Postsparkasse, Foto: Hagen Stier)

Breslau, Jahrhunderthalle (BIld: Maciejw, CC BY-SA 3.0 pl, 2012)

Nicht nur Bauhaus

Das Bauhaus-Jubiläum steht kurz bevor – und im seinem Gefolge lernen wir die vielfältigen anderen Spielarten von „neuem“, von modernem Bauen kennen. Damit rückt auch der osteuropäische Raum stärker in den Blick, der bereits um den Ersten Weltkrieg herum zum Experimentier- und Symbolraum des (architektonischen) Fortschritts wurde. Die damals geknüpften Netzwerke wirkten lange weiter, von Ernst May bis zu den Internationalen Kongressen für Neues Bauen (Congrès Internationaux d‘ Architecture Moderne, CIAM).

Unter dem Titel „Nicht nur Bauhaus ‒ Netzwerke der Moderne in Mitteleuropa“ laden das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg), das Architekturmuseum Breslau und das Schlesisches Museum zu Görlitz daher vom 15. bis 17. Januar 2019 zu einer Konferenz nach Görlitz und Breslau ein. Hierfür werden noch Themenvorschläge gesucht. Die Tagung steht im Rahmen einer Ausstellung zu Adolf Rading im Breslauer Architekturmuseum. Willkommen sind Exposés für einen Vortrag (ca. 2.000 Zeichen) mit einem kurzen Lebenslauf (mit Mail- und Postkontaktdaten sowie Angaben zur aktuellen Tätigkeit: max. 1000 Zeichen) bis zum 1. August 2018 an: beate.stoertkuhl@bkge.uni-oldenburg.de. (kb, 1.7.18)

Breslau, Jahrhunderthalle (Bild: Maciejw, CC BY-SA 3.0 pl, 2012)

1957 entwarf Ehrlich den komplettierungsfähigen Möbeltypensatz „602“ für die Deutschen Werkstätten Hellerau (Bild: DAZ)

ehrlichmonument

Er schuf er den Schriftzug „Jedem das Seine“ am Tor vom KZ Buchenwald. Doch der Architekt und Designer Franz Ehrlich (1907-84) war mehr als das: Bauhaus-Schüler und zeitweise Mitarbeiter im Büro von Walter Gropius, wegen seiner Nähe zum Kommunismus Häftling und Teil des „Baubüros“ des KZs Buchenwald, später Modernist im Stalinismus und Nonkonformist in der DDR. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen – neben jedem Schriftzug im KZ Buchenwald – das Rundfunkhaus in der Nalepastraße in Berlin und der Möbeltypensatz 602 der Deutschen Werkstätten Hellerau.

Das DAZ (Deutsches Architektur Zentrum, Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, 10179 Berlin) zeigt nun „ehrlichmonument“, eine Installation von Friedrich von Borries, Jens-Uwe Fischer und Frieder Bohaumilitzky. Diese besondere Auseinandersetzung mit Ehrlichs Leben udn Werk entstand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten und an der HFBK Hamburg durchgeführten Forschungsprojektes „Franz Ehrlich. Biographie und Werkverzeichnis“. Die Eröffnung von „ehrlichmonument“ wird am 7. Juni um 19 Uhr gefeiert, im Anschluss ist die Installation ist bis zum 29. Juli zu sehen. Im Rahmenprogramm sind ein Festival und eine Exkursion vorgesehen. (kb, 7.6.18)

1957 entwarf Ehrlich den komplettierungsfähigen Möbeltypensatz „602“ für die Deutschen Werkstätten Hellerau (Bild: DAZ)

Döllgast, Alte Pinakothek, Bild (c) Klaus Kinold

Kinold trifft Döllgast trifft Schwarz

Wiederaufbau im Sinne von Rekonstruktion oder aber Neuplanung nach den Maßgaben der Charta von Athen – das waren die Pole der architektonischen Debatten in der jungen Bundesrepublik. Für einen Mittelweg plädierten die Architekten Hans Döllgast und Rudolf Schwarz, die in den 1950er Jahren für diverse Bauprojekte im kriegszerstörten Land verantwortlich zeichneten. Eine Ausstellung in Innsbruck beleuchtet das Werk der beiden Architekten in Aufnahmen Klaus Kinolds. Der Fotograf, der in den 1960er Jahren bei Egon Eiermann Architektur studierte, vereint in seinen Arbeiten die Expertise beider Berufsfelder.

Hans Döllgast plante unter anderem den Wiederaufbau der Alten Pinakothek in München. Seine Fassadenrekonstruktion verzichtete bewusst darauf, die Kriegsschäden zu übertünchen und sorgte dafür, dass sie auch nach Abschluss des Wiederaufbaus sichtbar blieben. Rudolf Schwarz entwickelte sich zu einem gefragten Kirchenbaumeister der Nachkriegszeit, er betreute auch den Wiederaufbau der Paulskirche in Frankfurt. Trotz der durchaus modernen Formensprache seiner Architektur sprach Schwarz sich gegen die von Gropius propagierte Bauhaus-Moderne aus, der er Formalismus und Technizismus vorwarf. 1953 löste er die Bauhaus-Debatte aus, die die Fachwelt monatelang beschäftigte. Die Ausstellung ist bis zum 9. Juni 2018 im aut (architektur und tirol, im Adambräu, Lois Welzenbacher Platz 1, 6020 Innsbruck) zu sehen. (jr, 18.4.18)

Döllgast, Wiederaufbau Alte Pinakothek (Bild: © Klaus Kinold)

Die Moderne in Bauten (Bild: Stadtarchiv Halle)

Moderne an der Saale

Der Countdown läuft: In großen Schritten nähert sich das 100-jährige Jubiläum des Bauhaus. Das Land Sachsen-Anhalt steht in der ersten Reihe der Gratulanten und stellte jüngst sein Kampagnenprogramm für 2019 vor. Dabei steht nicht nur die Bauhausstadt Dessau im Fokus. Auch der Magdeburger Siedlungsbau oder die Gartenstadt Leuna sind wichtige Stationen der Jubelfeier, ebenso Halle an der Saale. Hier will man allerdings nicht bis zum Jubiläumsjahr warten: Eine Fotoausstellung im Stadtarchiv feiert jetzt schon einmal die klassisch-moderne Architektur der Stadt.

In der Weimarer Republik erlebte Halle als wirtschaftlich prosperierende Stadt einen enormen Aufschwung, der sich bald auch im Stadtbild ablesen ließ. Wohlhabende Bauherren lockten renommierte Architekten der 1920er in die Stadt. Viele ihrer Projekte haben sich bis heute erhalten. Die Ausstellung präsentiert sie in Fotografien Gert Schützes, die durch zeitgenössische Fotos, Zeichnungen und Baupläne aus dem Bestand des Stadtarchivs ergänzt werden. „Die Moderne in Bauten“ ist bis zum 31. Mai 2018 im Stadtarchiv Halle (Rathausstraße 1, 06108 Halle (Saale)) zu sehen. (jr, 13.4.18)

Die Moderne in Bauten (Bild: Stadtarchiv Halle)

Kornhaus Dessau (Bild: zeumann, CC By SA 3.0)

Carl Fieger im Bauhaus Dessau

Gropius, van der Rohe und, vielleicht, Hannes Meyer – das sind die Namen, die im Allgemeinen auf die Frage nach den berühmten Bauhaus-Architekten fallen. Das Name Carl Fieger dagegen ist auch vielen Freunden moderner Architektur bis heute unbekannt geblieben. Völlig zu Unrecht, war der Architekt doch an der Planung so ikonischer Bauten wie den Meisterhäusern, dem Kornhaus und dem Dessauer Bauhausgebäude selbst beteiligt. Letztgenanntes Bauwerk bietet bis Oktober 2018 der Ausstellung Carl Fieger. Vom Bauhaus zur Bauakademie eine Bühne.

Der gebürtige Rheinhesse Fieger studierte an der Mainzer Kunstgewerbeschule, bevor er in den 1910er Jahren im Büro Peter Behrens‘ in Berlin tätig wurde. Anschließend arbeitete er als Entwurfszeichner für Gropius und avancierte zu einem seiner engsten Mitarbeiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte er seine Erfahrungen in den Dienst der Deutschen Bauakademie in Ostberlin. Für die DDR-Architektur verbrachte er hier eine wahre Pionierleistung, indem er 1953 den ersten Plattenbau des Landes plante. Zur Ausstellung erscheint eine von Claudia Perren und Wolfgang Thöner herausgegebenes Begleitbuch. (jr, 28.3.18)

Carl Fieger, Kornhaus, Dessau (Bild: zeumann, CC BY SA 3.0)