Mission: Postmodern

Heinrich Klotz, Gründer des Deutschen Architekturmusuems Frankfurt (Bild: F. van Arkel, 1988)
Der Kunsthistoriker Heinrich Klotz gründete 1984 das Deutsche Architekturmusuem Frankfurt/Main (Bild: F. van Arkel, 1988)

Dem Jahr 1984 widmen sich im Sommer 2014 gleich zwei Frankfurter Museen: das Museum Angewandte Kunst (MAK) und das Deutsche Architekturmuseum (DAM). Denn das DAM würdigt zu seinem 30-jährigen Jubiläum den Kunsthistoriker und Architekturtheoretiker Heinrich Klotz, der die Institution am Museumsufer 1984 gründete. Vom 10. Mai bis zum 19. Oktober 2014 präsentiert die Ausstellung “Mission: Postmodern. Heinrich Klotz und die Wunderkammer des DAM” erstmals die Tagebuchaufzeichnungen von Klotz. Seine Tonbandaufnahmen vermitteln nicht allein einen Einblick in den Aufbau des ersten Architekturmuseums weltweit.

Darüber hinaus stand Klotz in Kontakt mit Architekturgrößen wie Hans Hollein, Rem Koolhaas, Richard Meier oder Robert Venturi. Eine „Wunderkammer“ versammelt nun die wichtigsten Werke, die Klotz bis 1989 für das DAM erworben hat: darunter ein Ölgemälde von Martin Kippenberger, eine Collage von Christo, weitere Zeichnungen, Modelle, Fotos u. v. m. So erschließt sich dem Besucher zugleich die damalige – von Zitaten und Ironie getragene – postmoderne Ausstellungspräsentation des Architekturmuseums. Begleitend lädt das DAM am 31. Mai 2014 zu einem wissenschaftlichen Symposion mit “Geburtstagsfeier” ein. Stadtführungen zeigen die postmoderne Seite der Mainmetropole. Und zum 11. Juni 2014 will das MAK seine Ausstellung zur (Pop-)Kultur des Jahres 1984 eröffnen. (5.5.14)

Der Kunsthistoriker Heinrich Klotz gründete 1984 das Deutsche Architekturmusuem Frankfurt/Main (Bild: F. van Arkel, 1988)

Sozialistischer Realismus

Es gab Jahrzehnte, da wurde der Kalte Krieg – auch – auf Häuserfassaden ausgetragen: Die Abstraktion sollte den Westen, der Realismus den Osten vertreten. In der Rückschau bieten (gerade) die künstlerischen Ausdrucksformen des Sozialistischen Realismus beeindruckende Zeugnisse der Nachkriegsmoderne. Um dieses Erbe in seiner ganzen Vielfalt – von seinen traditionelle Wurzeln über seine realistischen oder rationalistischen Ansätze bis hin zu seinen avantgardistisch-modernen Spielarten – angemessen würdigen zu können, stellte der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) nun eine umfassende Publikation zusammen.

Unter dem Titel “Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne” veröffentlichte der Berliner Bäßler-Verlag verschiedene Welterbevorschläge aus Mittel- und Osteuropa. Dokumentiert werden Nominierungsvorschläge von unterschiedlichen nationalen Tentativlisten: Länder wie Tschechien und Weißrussland, aber auch Cuba sind vertreten. Und die deutsche Senatsinitiative “Doppeltes Berlin”, welche die Karl-Marx-Allee und das Hansaviertel als künftiges Welterbe sieht. (5.5.14)

Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne. Welterbevorschläge aus Mittel- und Osteuropa. Socialist Realism and Socialist Modernism. World Heritage Proposals from Central and Eastern Europe (ICOMOS. Hefte des Deutschen Nationalkomitees LVII), Bäßler-Verlag, Berlin, 2013, broschiert, 168 Seiten, 130 Abbildungen und zahlreiche Dokumente, deutsch/englisch, 21 x 29,6 cm, ISBN 978-3-930388-90-5.

Die neue ICOMOS-Publikation “Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne”

Expansion and Conflict

Es gibt einen neuen guten Grund, um nach Korea zu reisen, genauer gesagt, mehrere: eine Ausstellung, ein Workshop, Exkursionen, … Anlass ist die 14. Internationale Konferenz des Netzwerks docomomo international, das sich weltweit für den Erhalt moderner Baukunst stark macht. Unter dem Motto “Expansion and Conflict” treffen sich Fachleute und Interessierte vom 19. bis zum 29. September 2014 im National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul. Anmeldungen für die Tagung sind auch online möglich. (21.4.14)

Expansion and Conflict (Bild: docomomo)