Schlagwort: Beethovenhalle

Bekommt Gesellschaft: die Bonner Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)

Beethovenhalle erneut in Gefahr?

In Bonn bereitet man sich seit einigen Jahren auf den 250. Geburtstag des wohl berühmtesten Sohns der Stadt vor: 2020 soll Ludwig van Beethoven ein ganzes Jahr lang gefeiert werden, womit auch die Bedeutung der ehemaligen Hauptstadt als Kulturstandort unterstrichen werden soll. Nachdem die Pläne für ein neues Festspielhaus 2015 endgültig scheiterten, rückte die Beethovenhalle als Haupt-Veranstaltungsort in den Fokus. Der von Siegfried Wolske entworfene Bau wurde 1959 eingeweiht und wird derzeit denkmalgerecht saniert. Da sich die Arbeiten aber im Fortgang als teurer erweisen und mehr Zeit in Anspruch nehmen werden, wurde ein Baustopp und sogar der Abriss des denkmalgeschützten Baus vorgeschlagen. Diese Position vertreten insbesondere die früheren Festspielhausbefürworter.

Kürzlich hatte die Stadt bekanntgegeben, die Halle nicht mehr in ihre Jubiläumsplanungen einzubeziehen, da sich abzeichne, dass die Sanierungsarbeiten nicht bis 2020 abgeschlossen sein werden. Man werde ein anspruchsvolles Programm an anderen Spielstätten verwirklichen können. Die Opposition im Bonner Stadtrat schlug daraufhin vor, die Arbeiten sofort zu stoppen und einen Abriss zu prüfen. Das wäre fatal: Bonn würde damit nicht nur ein bedeutendes denkmalgeschütztes Wahrzeichen der Nachkriegsmoderne verlieren. Im Stadtrat grassieren darüber hinaus Überlegungen, die Beethovenhalle durch einen Neubau zu ersetzen, der auch für die Oper Raum bietet. Das wäre wohl das Todesurteil für das sanierungsbedürftige Opernhaus von 1965, dessen Abriss ebenfalls diskutiert wird. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Versuch, Musik und darstellende Kunst gegen nachkriegsmoderne Baukultur auszuspielen, erfolglos bleibt. Die Zeichen stehen aktuell gut: In der Sondersitzung des Rats am 5. März stimmte die Koalition für die Fortführung der Sanierung. Ob die unterlegene Opposition nun mit anderen Kräften gemeinsame Sache machen und womöglich einen Bürgerentscheid anstreben wird, ist offen. (jr, 10.3.18)

Bonn, Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz, CC BY-SA 3.0)

Kein Neubau für Ludwig van

Bekommt Gesellschaft: die Bonner Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)
In Zukunft wieder die Nummer 1 am Rhein? Die Beethovenhalle von Siegried Wolske (Foto: Hans Weingartz)

In Bonn gab es Mitte der Woche einen kulturpolitischen  Paukenschlag. Die Deutsche Post kündigte ihre Unterstützung für das geplante neue Festspielhaus auf. Als Grund nannte das Unternehmen den „fehlenden Schulterschluss innerhalb der Stadt“ hinsichtlich des umstrittenen Neubaus. Damit gilt das Projekt als gescheitert. Das Aus für den Neubau könnte sich als Glücksfall für die Bonner Beethovenhalle erweisen: eine zügige und umfassende Sanierung der 1959 eröffneten Konzerthalle scheint nun wahrscheinlicher.

Im Jahr 2020 will die Bundesstadt den 250. Geburtstag des gebürtigen Bonners Ludwig van Beethoven feiern. 2014 hatte der Rat der Stadt beschlossen, ein neues Festspielhaus am Rhein zu errichten, um das Jubiläum hier musikalisch zelebrieren zu können. Die nahe gelegene Beethovenhalle sollte weiter betrieben und schrittweise saniert werden. Der neue Nachbar drohte jedoch, das denkmalgeschützte Bauwerk des Scharoun-Schülers Siegfried Wolske in den Schatten zu stellen. Nach Informationen des Express setzt sich der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD) nun dafür ein, die vom Bund zugesagte finanzielle Unterstützung des Neubaus zugunsten der Sanierung der Beethovenhalle umzuwidmen. (jr, 21.6.15)

Bonn: Farbige Akzente

Bekommt Gesellschaft: die Bonner Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)
Am 14. September 2014 eines vieler offener Denkmale in Bonn: die Beethovenhalle (Foto: Hans Weingartz)

In Bonn laden am 14. September 2014 wieder zahlreiche Denkmale zum Besuch ein. Mit der Evangelischen Lukaskirche (H. O. Vogel, 1957/58) sind in der Nordstadt auch ihre Fenster – drei Engel auf 80 Quadratmetern drei Engel, ein Frühwerk des Glasmalers Johannes Schreiter – von 14.30 bis 18 Uhr zu besichtigen: Eine Führung findet um 15 Uhr, eine Orgelführung um 16 Uhr und der Vortrag „Sakrale Glasmalerei der 1950er-Jahre in Bonn“ um 17 Uhr statt. Der ehemalige Saal der Bundespressekonferenz (Tulpenfeld 7) mit der seriösen Mahagoni-Rückwand ist geöffnet von 11 bis 14 Uhr, Führungen finden um 11 und um 13 Uhr statt. Begleitend wird die Fotoausstellung „Politische Farben in Schwarz und Weiß“ gezeigt.

Über die festliche Farbigkeit der Nachkriegsmoderne wird auch in der Beethovenhalle (Wachsbleiche, Innenstadt) um 11 Uhr auf einer Führung durch den Verein ProBeethovenhalle berichtet. Spaziergänge zum Thema „Farbe in der Stadt“ bietet die Werkstatt Baukultur um 11, 14 und 16.30 Uhr an (Treffpunkt ist das Juridicum in der Adenauerallee). Weitere Spaziergänge werden zudem in Buschdorf, in der Kölnstraße und in der Südstadt unternommen – immer häufiger findet sich dieses Spaziergangs-Format in den letzten Jahren im Programm des Denkmaltags. (mb, 10.9.14)