Das Ende der Ledigenhäuser

Die Zechensiedlung Am Wiesenteich in Hamm-Herringen entstand zwischen 1949 und 1951. Zunächst diente sie als „Bergarbeiterlager“ für ledige Jungbergleute. In acht eineinhalbgeschossigen Häusern wurden jeweils vier Wohnungen untergebracht – in jeder Wohnung lebten acht Jungbergleute. Den Bergmannsheimen zugeordnet wurden zwei Doppelhäuser mit je zwei Steigerwohnungen. Zur Verpflegung der Bergleute wurde in einer Baracke eine Gemeinschaftsküche eingerichtet. Dort befindet sich heute das Knappenheim. Ab den 1970er-Jahren wurden die Wohnungen mit ausländischen Bergleuten belegt, zuletzt lebten dort vor allem Familien. Nun ist die Zeit dieser frühen Nachkriegsbebauung abgelaufen: Die Eigentümerin, die RAG Montan Immobilien plant auf dem Areal der Wohnhäuser ein neues Wohngebiet. Die meisten Gebäude stehen bereits leer, demnächst werden auch das Knappenheim und das Vereinsheim des Spielmannszug Herringen geräumt werden müssen.

In einem ersten Teilabschnitt beginnt die RAG Montan Immobilien dieser Tage mit dem Abriss der leerstehenden Wohnhäuser „Am Wiesenteich“ 13, 15 und 17. Der Zustand der Gebäude und der zu nehmende Vandalismus werden als Gründe genannt, bereits jetzt mit dem Rückbau zu beginnen, obwohl Teile der Siedlung noch genutzt werden. Diese sowie die derzeit noch bis Anfang 2023 genutzten Vereinsheime sollen in einem zweiten Bauabschnitt folgen. Der Start hierfür ist erst geplant, wenn alle Gebäude komplett freigezogen sind, ein konkreter Zeitpunkt steht noch nicht fest. Entstehen soll hier ein modernes Quartier mit 80 Wohnungen, eine genaue Planung gibt es hierfür allerdings noch nicht – ebenso ist noch nicht geklärt, ob die RAG MI selbst bauen wird oder ob sie die Grundstücke vermarkten wird. (db, 14.5.22)

Hamm, Am Wiesenteich (Bild: Bonni, CC BY-SA 3.0)