„Für den Schwung sind Sie zuständig“

Köln steht in den kommenden Wochen ganz im Zeichen der modernen Baukunst, genauer gesagt geht es im dortigen Haus der Architektur (hdak) um Architektur im Kalten Krieg. Damals traf sich der Aufbauwille einer Generation mit den politischen Energien, sich gegen das jeweils andere System baukünstlerisch in Stellung zu bringen. Daher startet das hdak die Filmreihe „Architektur im Kalten Krieg“ (Architektur und Glück #2) im Filmkunstkino „Filmpalette“ (Lübecker Str. 15, 50668 Köln). Für insgesamt fünf Montagabende hat die Architektin Isabel Strehle ein Programm aus Kurz- und Langfilmen zusammengestellt, in das sie jeweils persönlich einführt.

Im Vorfeld hat das hdak am 3. Dezember 2019 um 19 Uhr für „Eine Stunde Baukultur“ (im weißen Kubus im Josef-Haubrich-Hof) Prof. Dr. Steffen de Rudder, Weimarer Vertretungsprofessor für Städtebau, gewinnen können für den Vortrag „Die Kongresshalle in Berlin“. Den Auftakt bildet am 9. Dezember 2019 um 18.30 Uhr der Film „Ein Haus für die Welt – die Kongresshalle Berlin (Regie: Thomas N. Blomberg, 1958). Am selben Abend bietet „Für den Schwung sind Sie zuständig“ (Regie: Margarethe Fuchs, 2003) einen Einblick in die Bauten Ulrich Müthers. Als Folgetermine der Filmreihe sind, jeweils um 18.30 Uhr, vorgesehen: 13. Januar, 10. Februar, 9. März und 27. April 2020. (kb, 15.11.19)

Berlin, sog. Schwangere Auster (Bild: © Haus der Architektur Köln)

Das Modell Steiermark

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum, das betrifft immer mehr Städte – von Berlin über Freiburg und Jena bis zu Wien und Graz. In Österreich lieferte das sog. Modell Steiermark neue Lösungswege im Massenwohnungsbau der Nachkriegsmoderne. Vor diesem Hintergrund findet die Abendveranstaltung „Der Wohnbau des Modell Steiermark und dessen Wohnzufriedenheit“ von Helle Panke e. V. Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin findet am 21. November 2019 im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt (Bat-Yam-Platz 1, 12353 Berlin) statt. Der Abend mit der Grazer Architektin und Wohnbauforscherin will das Modell Steiermark zunächst geschichtlich in seine politischen Voraussetzungen einordnen.

Mittels einer publizierten Studie wurde der Grad der Wohnzufriedenheit erhoben, mit dem Ergebnis: In den partizipativen Wohnbauten waren die Bewohner leicht zufriedener als in konventionellen Bauten. Die Ergebnisse der Studie anhand einer österreichischen Modellvergabe soll die Grundlage für ein stadtpolitisches Gespräch über die Vergabeverfahren der Stadt Berlin und partizipative Stadtentwicklung geben. (kb, 9.11.19)

Graz, St. Peter, Terrassenhaus (Bild: Moschitz S.Partl, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2008)

DDR-Architektur nach dem Mauerfall

Inzwischen liegt der Fall der Berliner Mauer 30 Jahre zurück. Grund genug für die Journalistin und studierte Architektin Danuta Schmidt mit dem Architekten Prof. Wolf-Rüdiger Eisentraut über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Architektur der DDR zu sprechen. Wie wurde Architektur in der DDR umgesetzt? Und wie wird sie heute wahrgenommen? Diese und weitere Fragen werden am 8. November um 20 Uhr in der Bezirkszentralbibliothek Mark Twain (Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin) diskutiert werden. Um eine Anmeldung unter der Telefonnummer 030 54 704 142 wird gebeten.

Wolf-Rüdiger Eisentraut war zusammen mit seinem Team für den Bau der Bibliothek und des angrenzenden FreizeitForums Marzahn verantwortlich. 1991 wurde die Bibliothek eröffnet. Wie aber gelang es in dieser Zeit des Wandels und der Euphorie ein solches Großprojekt zum Abschluss zu bringen? In dem Gespräch sollen die Herausforderungen des Bauens in der Wendezeit beleuchtet werden. Daneben geht es auch darum, wie die „Ostmoderne“ in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und als historisch bedeutsam vermittelt werden kann. (mk, 2.11.19)

Berlin, FreizeitForum Marzahn (Bild: Gunnar Klack, CC BY SA 4.0, 2017)