Neue App zeigt Skulpturen in NRW

Rund 700 Skulpturen in Nordrhein-Westfalen präsentiert die neue App des Kunstprojekts NRWskulptur. Sie ist ab sofort kostenlos für Android- und IOS-Smartphones erhältlich. Im Fokus stehen Werke, die nach 1945 entstanden sind. Zu diesen liefert die App breites Hintergrundwissen – angefangen vom Standort bis hin zum Künstler. Darüber hinaus versteht sie sich als „digitaler Wegweiser“: Sie geleitet den Nutzer von Kunstwerk zu Kunstwerk. Wer möchte, kann sich so eine eigene Freiluft-Ausstellung zusammenstellen lassen. Dadurch ist die App sowohl für Touristen als auch für einheimische Kunstinteressierte nützlich.

Regelmäßige Updates sorgen auch künftig für neue Entdeckungen in der eigenen Nachbarschaft. Jährlich soll es zudem einen neuen regionalen Schwerpunkt geben. Veröffentlicht wurde die App vom Kultursekretariat NRW in Gütersloh anlässlich des 40. Jubiläums. Das Kultursekretariat leistet somit zur richtigen Zeit einen Beitrag zur Sichtbarmachung von Skulpturen im öffentlichen Raum, die im Alltag nicht selten ignoriert, manchmal gar stillschweigend abgeräumt werden. (mk, 3.6.20)

Witten, Volkmar Haase: Drei Plastiken im Raum (Bild: reclus, CC0/ Panoramafreiheit)

Neue Heimat in Berlin

Neue Heimat in Berlin

Ausstellung "Neue Heimat" (Bild: Galerie Weißer Elefant Berlin)
Ausstellung „Neue Heimat“ (Bild: Galerie Weißer Elefant Berlin)

Am Ausgangspunkt des Ausstellungsprojekts „Neue Heimat“ stehen drei Fragen: Von welcher Moderne sprechen wir eigentlich? Wie fern ist uns die Architektur der Nachkriegsmoderne heute? Ist es möglich, durch eine Re-Konstruktion eines utopischen Kontextes, diese Distanz nicht nur sichtbar zu machen, sondern die baulichen Zeugnisse dieser Zeit für uns zu einer „neuen Heimat“ zu machen?

Die Antworten auf diese Fragen fallen bei zeitgenössischen Künstlern sehr unterschiedlich aus. Ihre Ergebnisse zeigt die Berliner Galerie Weißer Elefant – darunter Werke von Matias Bechtold, Laure Catugier, Chris Dreier, EVOL, Gary Farrelly, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Carsten Nicolai, Tim Trantenroth und Julia Zinnbauer. Während der Ausstellung präsentiert das Projekt zusätzlich Installationen im öffentlichen Raum, wie z. B. von Tim Trantenroth in der Vitrine vor dem Rathaus Tiergarten. Am 30. April 2016 wird um 19 Uhr in der Galerie Weißer Elefant (Auguststraße 21, 10117 Berlin) die Vernissage gefeiert. Im Anschluss ist die Präsentation bis zum 4. Juni 2016 zu sehen, der Eintritt ist frei. (db, 24.4.16)

Heimatplan lockt nach Wuppertal

Nein, die Rede ist nicht von der teils denkmalgeschützten Wuppertaler Siedlung, die Anfang der 1930er Jahre entstand und als typisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau der Weimarer Republik gilt. Die Ausstellung „>Heimatplan< Brutalismus und die Architektur der Nachkriegsmoderne“ nimmt vielmehr deutsche Architektur nach 1945  in den Blick. Dabei werden besonders solche Bautypen liebevoll aufgegriffen, die vielerorts als seelenlos oder monoton verschrien sind. Die neun an der Schau beteiligten Künstler interpretieren sie auf ebenso ungewöhnlich wie humorvolle Weise.

So gibt Julia Zinnbauer dem städtebaulichen Paradigma der Nachkriegsmoderne eine modische Dimension. Die autogerechte Stadt – heute ein Schreckgespenst für Lokalpolitiker und Bürgerbewegungen – dient einem von ihr entworfenen Kleid als Namensgeber. Mit seinem schwarzen Streifenmuster gibt das Textil dem Asphaltdschungel eine ungewohnt elegante Repräsentanz. Ein weiteres Highlight ist eine defekte Kaffeemaschine, die Matias Bechtold zu einem futuristisch anmutenden Puppenhaus umgestaltet hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. März 2016 in der Galerie GRÖLLE pass:projects (Friedrich-Ebert-Straße 143e, 42117 Wuppertal) zu sehen. (jr, 14.2.16)

So recycelt man Kaffeemaschinen richtig (Bild: Grölle pass:projects)